Coronavirus

Italien setzt auf Hausärzte gegen Impfmuffel

500.000 Impfungen gegen das Coronavirus wurden in Italien zuletzt vorgenommen. Jeder vierte Italiener hat zumindest eine Dosis Impfstoff bekommen. Während circa 70 Prozent der Menschen im Alter von über 80 Jahren geimpft wurden, ist in den anderen Altersgruppen die Impfbereitschaft der Italiener niedriger. Italien will jetzt verstärkt Hausärzte einsetzen, um Impfmuffel zur Immunisierung zu überzeugen.

red/Agenturen

40 Prozent der Italiener im Alter von über 60 Jahren haben sich immer noch nicht zur Impfung gemeldet, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitagsausgabe). Das sind circa 6,78 Millionen Menschen bei einer Bevölkerung von circa 60 Millionen Personen. Neben überzeugten Verweigerern gibt es mehrere Unentschlossene, sowie ältere Menschen, die sich schwer online für die Impfung anmelden können.

Vor allem in Süditalien leben viele Senioren, die nicht allein die Impfzentren erreichen können. So sollen jetzt Hausärzte Impfmuffel aufsuchen. Problematisch ist jedoch, dass die Hausärzte über zu wenige Dosen an Vakzinnen verfügen. Die meisten Vakzine würden den großen Impfzentren geliefert, für die Hausärzte würden nur wenige Dosen übrig bleiben, kritisierte der Ärzteverband. Ab Montag beginnt Italien die Immunisierung von Menschen im Alter von über 50 Jahren.

AstraZeneca extrem unpopulär

Der Präsident Siziliens, Nello Musumeci beklagte, dass viele Bürger in den jüngeren Altersgruppen eine Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin aus Sorge vor Nebenwirkungen ablehnen würden. 250.000 Dosen AstraZeneca-Impfstoff würden in den Kühlschränken darauf warten, genutzt zu werden. Nach Bekanntwerden einiger Fälle an Hirnthrombosen nach der Erstinjektion mit dem Impfstoff sei die Skepsis auf Sizilien groß. „Gegenüber AstraZeneca gibt es eine verständliche, aber ungerechtfertigte Psychose angesichts von fünf bis sechs Todesfällen, deren Zusammenhang mit dem Impfstoff jedoch ausgeschlossen wurde“, beklagte Musumeci.

Die Impfkampagne wurde indes im Kleinstaat San Marino abgeschlossen. Nachdem die Zahl der positiven Fälle im Kleinstaat am Apennin auf 37 gesunken ist und keine Patientinnen und Patienten mehr auf der Intensivstation oder in Absonderung gemeldet wurden, hat das Gesundheitsinstitut San Marinos die Coronavirus-Abteilung des lokalen Krankenhauses geschlossen. Die Infizierten werden zu Hause behandelt, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Der Kleinstaat unweit von Rimini hat seine Einwohner mit Sputnik V und mit Dosen von Biontech/Pfizer immunisiert.

Auflagenfrei einreisen kann man dadurch aus jetziger Sicht ab dem 19. Mai aus Finnland, Island, Portugal und Malta. Wegfallen dürften außerdem die derzeit geltende Quarantänepflicht für Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Rumänien, die Slowakei und Tschechien. Bei der Einreise aus diesen Ländern reicht dann ein negativer Coronatest oder ein Nachweis für Geimpfte und Genesene.