Stoffwechselerkrankung

Penninger-Unternehmen Angios startet Diabetes-Forschung in Tirol

Mit der Biotech-Firma Angios GmbH rund um den Genetiker Josef Penninger ist die erste Firma in den kürzlich vom Land Tirol vorgestellten „Health Hub Tirol“ gezogen. Die Angios GmbH hat sich auf Forschung für diabetische Patienten spezialisiert. „Über 400 Millionen Menschen auf der Welt leiden an Diabetes, eine total unterversorgte Patientengruppe“, sagte Angios-Geschäftsführer und Mitgründer Gregor Wick. Sein Unternehmen sah er als „Leuchtturmprojekt“ des Health Hubs.

red/Agenturen

Die Angios GmbH treibe am Standort Innsbruck zwei Projekte voran, speziell für die von der Diabetes verursachten Erblindung, als auch für diabetische nicht-heilende Wunden, erklärte Wick. Einerseits würden sie daran arbeiten, Blutgefäße im Labor zu züchten, und sie so wachsen zu lassen, dass man sie beim Menschen einsetzen kann. Das könnte vor allem bei diabetischen Wunden, die im schlimmsten Fall eine Amputation zur Folge haben, eine neue Behandlungsstrategie darstellen. „Die neuen Gefäße sollten eine bessere Blutversorgung der Wunde ermöglichen. Dies könnte zur natürlichen Wundheilung beitragen und würde somit eine Amputation unnötig machen“, erklärte Wick. Zudem suchen die Forscher, in Kooperation mit AbCellera, nach Antikörpern die hoffentlich verhindern, dass es bei Diabetespatienten zu einem fortschreitenden Sehverlust komme.

Über Zusammenarbeit erfreut

Über die Zusammenarbeit mit der in Vancouver ansässigen und seit Dezember 2020 am NASDAQ gelisteten Biotech-Firma AbCellera zeigte sich Wick erfreut: „AbCellera ist ein Ermöglicher, ein Beschleuniger unseres Vorhabens, da sie mithilfe künstlicher Intelligenz die Suche nach Antikörpern revolutioniert haben“. Angios hat somit Zugriff auf „die mitunter besten Antikörper-Jäger der Welt“, und würde „standardisierte Herstellungsprozesse und Produktionsanlagen“ von AbCellera zur Verfügung gestellt bekommen. Zudem habe das Unternehmen „einen sehr relevanten Betrag“ in die Angios GmbH investiert. „Es ist das erste Mal, das AbCellera in ein Partnerunternehmen investiert“, hob Wick hervor.

Die „großzügigen Förderungen des Landes Tirol und die Nähe zu den Tirol Kliniken und der Medizinischen Universität Innsbruck“ seien laut Wick ausschlaggeben für die Standortwahl gewesen sein. Drei Personen hätten sie bereits eingestellt, im Laufe des Jahres soll das Team auf „sechs bis sieben“ Mitarbeiter anwachsen. „Wir wollen regionalen Talenten aufzeigen, dass es nicht nur den akademischen, sondern auch den unternehmerischen Berufsweg gibt“, so Wick. Pro Projekt würden sie 800.000 Euro vom Land bekommen.

Insgesamt 4,5 Mio. Euro hat das Land in den „Health Hub Tirol“ investiert. Das Gesundheitszentrum soll Unternehmen im „Life Science“-Sektor Infrastruktur, Förderungen, Service und Kapital bieten, führte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) aus. Damit wolle man ein „bestehendes Stärkefeld“ unterstützen. Bis 2025 sollen insgesamt fünf Gesundheitszentren, 30 neue Unternehmen und 200 hoch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen, erläuterte Platter die Zielvorstellungen.

 

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