Forschung

Bestimmte Erbgut-Bausteine können Krebserreger-Gen beeinflussen

Mit Grundbausteinen des Erbguts kann man ein Gen steuern, das Krebs auslöst oder verstärkt, berichten Wiener Forscher im Fachjournal „Nature Metabolism“. Lässt man diese „Purine“ weg, ist die Funktion des BRD4-Gens gestört, gibt man eines davon dazu, funktioniert es wieder. „Dies könnte ein wichtiger Ansatzpunkt zur Entwicklung neuer Therapien gegen BRD4-induzierte Krebsarten sein“, erklärt Giulio Superti-Furga vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien.

red/Agenturen

Das BRD4-Gen reguliert, wie gut Teile des Erbguts ablesbar sind. Veränderungen im BRD4-Gen führen oft zu Tumorerkrankungen, außerdem trägt es bei verschiedenen Krebsarten durch seine Rolle in der Genregulation zusätzlich zum unkontrollierten Zellwachstum bei.

Ein Team um den Chef des an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) angesiedelten CeMM-Instituts, Superti-Furga, untersuchte in menschlichen Leukämie(Blutkrebs)-Zellen, ob BRD4 durch Purine - das sind wichtige Bausteine des Erbguts - beeinflusst wird. „Störungen des Purin-Stoffwechsels wurden nämlich bereits in der Vergangenheit mit einigen Krankheitsbildern assoziiert“, erklären die Forscher in einer Aussendung. War die Aufnahme oder Herstellung von Purinen gestört, löste das Funktionsstörungen von BRD4 aus.

Gaben sie andererseits eine Purin enthaltende Verbindung, nämlich Adenin (auch 6-Aminopurin genannt) dazu, „konnte die BRD4-Funktionalität wiederhergestellt werden“, berichten sie. Das zeigt, dass man BRD4 durch Beeinflussung des Purin-Stoffwechsels regulieren kann, erklärte Superti-Furga.

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