Einziges Labor für Corona-Tests im Gazastreifen nach Luftangriff außer Betrieb

Nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Angaben der dortigen Behörden das einzige Labor zur Auswertung von Corona-Tests in dem Palästinensergebiet außer Betrieb. Wie das Gesundheitsministerium der Hamas am Montag mitteilte, befand sich das Labor in einer Klinik im Stadtviertel al-Rimal in Gaza, die bei dem Angriff teilweise zerstört wurde. Der Ministeriumssprecher Aschraf Kidra sagte, in dem „zentralen Labor“ könnten nun keine Corona-Tests mehr ausgewertet werden.

red/Agenturen

Auch das Gesundheitsministerium selbst und ein Büro der Hilfsorganisation Roter Halbmond aus Katar wurden den Angaben zufolge bei dem Angriff getroffen. Wie der Vize-Gesundheitsminister der Hamas, Jussef Abu al-Risch, sagte, gab es auch einige Verletzte beim medizinischen Personal.

Vor der Eskalation der Gewalt im Nahost-Konflikt vor einer Woche waren im Gazastreifen jede Woche rund 1600 Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Fast jeder dritte Test fiel positiv aus. Damit wurde im Gazastreifen eine der höchsten Positivraten weltweit verzeichnet.

Insgesamt haben sich im Gazastreifen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher rund 103.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 930 Infizierte starben. Das Palästinensergebiet erhielt nach WHO-Angaben für seine zwei Millionen Bewohner bisher 122.000 Impfdosen, von denen mehr als die Hälfte noch nicht verimpft wurden.