Corona-Impfung

Kinderärzte warnen vor Impfstoffmangel für Jüngere

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat angesichts der bevorstehenden Impfstoffzulassung für Kinder ab zwölf Jahren vor zu knappen Lieferungen an Kinderarztpraxen gewarnt. „Es kommt nicht genug Impfstoff an“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. Ärztinnen und Ärzte wüssten bereits jetzt nie, wann oder ob Impfstoff komme.

red/Agenturen

Teilweise müssten Kinderärzte chronisch kranke Patienten wieder ausladen, weil die Lieferungen geringer ausfielen als versprochen. „Das sorgt für großen Frust und Wut bei den Betroffenen“, warnte Fischbach. Es führe zu sinkender Impfakzeptanz bei Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten.

Bereits jetzt würden sich zahlreiche Eltern an die Kinderarztpraxen wenden, obwohl der Biontech-Impfstoff für zwölf bis 15-Jährige laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) erst im Juni zugelassen werde, sagte Fischbach.

Mit der ebenfalls für Anfang Juni angekündigten Aufhebung der Priorisierung sei eine Erwartungshaltung entstanden. „So ein Heilsversprechen kann man nicht geben, wenn es noch nicht genug Impfstoff gibt“, kritisierte Fischbach. Die Politik trage damit den Ärger in die Praxen, die keinen Einfluss auf die Situation hätten.