Coronavirus

Ministerium dementiert laxen Umgang mit Corona in Wiener Gefängnis

Vor der Wiener Justizanstalt (JA) Simmering hat am Freitagabend unter dem Motto „Für das Recht von Gefangenen auf Leben und Gesundheit“ eine Kundgebung stattgefunden. Mehrere Organisationen bildeten eine „Solidaritätsgruppe für eine Gefangenengewerkschaft Österreich“, um „auf den lebensbedrohenden und unmenschlichen Umgang mit Gefangenen in der Covid-19-Krise aufmerksam zu machen“, wie es in einer Presseaussendung hieß. Das Justizministerium wies die Vorwürfe zurück.

red/Agenturen

Den Demo-Veranstaltern zufolge sollen in der JA Simmering Anfang Mai positiv getestete Insassen mit Nichtinfizierten eine Zelle geteilt und gemeinsam in der Anstaltsküche gearbeitet haben. Diese Behauptung dementierte das Ministerium mit Nachdruck. „Positiv getestete Insassen werden unverzüglich isoliert, ebenso die Mitinsassen im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung. In der JA Simmering wurden die positiv getesteten Insassen sowie deren Kontaktpersonen daher unverzüglich nach Bekanntwerden des positiven Testergebnisses in die eigens eingerichtete Quarantäne- bzw. Isolationsabteilung verlegt“, hieß es auf APA-Anfrage.

Überdies habe man in der JA Simmering mittlerweile zwei Abteilungen als Quarantäneabteilungen eingestuft. Beide würden isoliert geführt, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, wurde ergänzend mitgeteilt.

Laut Justizministerium gibt es derzeit in der JA Simmering sieben positiv auf SARS-CoV-2 getestete Insassen. Seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 haben sich abgesehen von den aktuellen Fällen insgesamt 21 Insassen und 14 Bedienstete mit dem Coronavirus infiziert. Die 35 Betroffenen sind allesamt wieder genesen.