Coronavirus

Deutschland: Ärzt:innen warnen vor Scheitern allgemeiner Impfpflicht

Der Ärzteverband Marburger Bund hat vor einem Scheitern der Pläne für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland gewarnt. „Wenn es die Politik nicht schafft, im Mai eine Impfnachweispflicht einzuführen, kommen im Herbst wieder erhebliche Belastungen auf unser Gesundheitswesen zu“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna dem Düsseldorfer „Handelsblatt“.

red/Agenturen

Johna forderte die Bundestagsabgeordneten auf, bei ihrer Entscheidung „auch das Personal im Gesundheitswesen im Blick zu behalten“. „Die Impfquote ist einfach nicht hoch genug, gerade auch bei den über 60-Jährigen“, sagte Johna weiter. Neue Aufklärungskampagnen würden hier nicht ausreichen.

Aktuell enorme Belastungen

Die Beschäftigten in der Pflege, in Praxen und in Kliniken hätten in der Corona-Pandemie bereits „ihren Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung geleistet, jetzt ist die Politik gefragt, ihren Beitrag zu leisten“, forderte die Ärztevertreterin. Johna wies darauf hin, dass selbst die als vergleichsweise mild eingestufte Omikron-Variante des Coronavirus derzeit zu enormen Belastungen der Normalstationen und der Arztpraxen in Deutschland führe.

Der Bundestag soll nach jetzigem Stand Anfang April über die Impfpflicht entscheiden. Allerdings zeichnet sich dafür im Bundestag bisher keine Mehrheit ab, da in der Ampel-Koalition vor allem Teile der FDP diese nicht mittragen und die Union auf einem eigenen Modell beharrt, zunächst nur einen Vorratsbeschluss für eine mögliche spätere Impfpflicht zu fassen. Eine Unterstützung der Union für Vorlagen aus den Ampel-Parteien schloss Unions-Fraktionschef Friedrich Merz am Mittwoch erneut aus.