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Corona-Verordnungen

Grüner Pass geht in die Verlängerung, Maske bleibt großteils

Die Maske bleibt Österreich erhalten, aber die Zahl der Ausnahmen wird erweitert. Das sieht eine Verordnung vor, die am Donnerstag von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) vorgestellt wurde. Konkret bleibt die FFP2-Maskenpflicht in Öffis und im lebensnotwendigen Handel, also z.B. in Lebensmittelgeschäften, allerdings fällt sie im normalen Handel, etwa Modegeschäften, und bei Veranstaltungen. Die Gültigkeit des Grünen Pass wird für Geboosterte auf ein Jahr verlängert.

red/Agenturen

Notwendig geworden war die Novellierung der Basismaßnahmen-Verordnung, da die geltende Fassung mit Karsamstag ausläuft. Die neuen Regeln gelten nun de facto bis zum Start der Sommerferien, konkret bis 8. Juli.

Neben dem lebensnotwendigen Handel, der ja auch z.B. Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken oder Trafiken umfasst, wird die Maske auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und den dazu gehörigen (geschlossenen) Bahnhöfen, in Taxis sowie weiter in Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie in Spitälern vorgeschrieben. Dort muss man auch geimpft oder genesen sein.

Dabei wird allerdings an der Gültigkeitsdauer der Impfung geschraubt. Als geimpft gilt man nun nach der dritten Immunisierung für 365 Tage, bisher waren es 270. Das war notwendig geworden, da Zehntausende Grüne Pässe in Bälde auslaufen, aber vorerst keine vierte Impfung empfohlen ist. Nach dem zweiten Stich gilt man nur 180 Tage als geimpft, dies ist auch bei der Genesung so geregelt. Rauch fasste zusammen: „Wer drei Mal geimpft ist, kann unbeschwert in den Urlaub fahren.“

Deutliche entspannte Lage

Stark zurückgenommen werden die Präventionskonzepte. Sie müssen außerhalb des Pflege- und Gesundheitssektors nur noch bei Veranstaltungen mit 500 Personen oder mehr erstellt und ein Präventionsbeauftragter ernannt werden.

Rauch begründete die Lockerungen damit, dass sich die Situation in den Spitälern und bei den Neuinfektionen deutlich entspannt hat: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Erleichterungen.“ Dass die Maske noch in einigen Bereichen bleibt, begründete der Minister so: „Diese kleine Unannehmlichkeit sollten wir in Kauf nehmen, weil wir andere und uns schützen.“ Es handle sich „um den Weg des gelindesten Mittels“.

In Sachen Grünen Pass warb er dafür, die volle Immunisierung mit drei Stichen möglichst rasch abzuschließen. Allgemein glaubt Rauch, dass eine weitere Auffrischung im August oder September empfohlen wird, da im Herbst eine neue Welle erwartet wird. Mit der nunmehrigen Verlängerung auf zwölf Monate beim Grünen Pass handle man jedenfalls im europäischen Gleichklang.

Handel will Fall der Maske für ganze Branche

Handel und Tourismus begrüßen zwar das Ende der Maskenpflicht in Geschäften abseits des täglichen Bedarfs sowie in Hotels und der Gastronomie. Ganz zufrieden sind die Branchenvertreter aber nicht. Der Handelsverband findet es unverständlich, warum im Supermarkt weiterhin eine Maske getragen werden muss, aber in der Nachgastronomie ab Karsamstag keinerlei Maßnahmen mehr gelten sollen. Auch die Gewerkschaft GPA fordert, dass die Maskenpflicht im gesamten Handel fällt.

Die Hoteliervereinigung hat kurz vor Beginn der Wiener Pressekonferenz für ein Ende von „Wien ist anders“ plädiert. Die Bundeshauptstadt ist in ihrer Coronastrategie immer einen strengeren Kurs gefahren, zieht nun aber bei den meisten Lockerungen mit dem Bund mit. In Wien hat sich der Tourismus noch immer nicht einmal annähernd erholt. „Da haben wir besonders viel Aufholbedarf, hier dauert die Erholung am längsten. Da sollte sich die Stadt Wien dringend mit den Betroffenen zusammensetzen und ein Auswegszenario erarbeiten“, fordert die Interessenvertretung am Donnerstag.

Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, sorgt sich um die Beschäftigen im Lebensmittelhandel, die nun schon seit zwei Jahren fast durchgängig mit Maske arbeiten müssen, was enorm belastend sei. „Wenn aber jetzt zigtausende Leute bei Konzerten maskenlos Party machen dürfen, dann muss ein Ende der Maske auch für die Beschäftigten im Lebensmittelhandel drin sein“, findet Teiber.

Auch der Handelsverband plädiert für die gänzliche Abschaffung der Maskenpflicht im gesamten Handel und für die Beschäftigten. Handelsobmann Rainer Trefelik sieht es als Wermutstropfen, dass im Lebensmittelhandel, in Drogerien und Trafiken weiterhin Maske getragen werden müsse.

 

Maske FFP2
Neben dem lebensnotwendigen Handel wird die Maske auch in allen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie weiter in Pflege- und Behinderteneinrichtungen und in Krankenhäusern vorgeschrieben.
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