Gerichtssache

Herzchirurgie Zürich: Kündigung eines leitenden Arztes bestätigt

Das Bundesgericht hat die Kündigung eines leitenden Arztes der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich bestätigt. Der Mann brachte Unregelmäßigkeiten in der Klinik ans Licht, was jedoch nicht der Grund für die Entlassung war. Vielmehr bestand eine völlig verhärtete Konfliktsituation, welche auch durch das Verhalten des Arztes entstanden war.

red/Agenturen

Das Vertrauensverhältnis zum Arzt war zerstört, Mitarbeitende sprachen sich gemeinsam und offen gegen dessen Weiterbeschäftigung aus und der Klinikalltag wurde durch den Konflikt maßgeblich beeinflusst. Dies ist das Fazit, das aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor geht. Eine Weiterbeschäftigung sei unter diesen Umständen nicht mehr möglich und die Kündigung zulässig gewesen.

Keine Rolle bei der Auflösung des Arbeitsverhältnisses spielte laut Bundesgericht, dass der Arzt sich im Dezember 2019 mit einem als „Whistleblowing“ betitelten Dokument an den Spitaldirektor wandte. Darin erhob er schwere Vorwürfe an den Klinikdirektor der Herzchirurgie. Die Rede war von Verstößen gegen Grundsätze ärztlichen Handelns und Gefährdung der Patient:innensicherheit.

Eine Untersuchung ergab, dass es tatsächlich „erhebliche Unregelmäßigkeiten“ in Bezug auf Dokumentation und Berichterstattung gegeben hatte. Allerdings erhärtete sich der Vorwurf nicht, dass der Klinikdirektor Eigeninteressen verfolgt und die Gesundheit von Patient:innen gefährdet habe, wie das Bundesgericht schreibt.

„Ernsthafte Bedenken“

Dem Beschwerdeführer wurde Ende April 2020 ein erstes Mal gekündigt. Nach seiner Rehabilitation wurde er wieder eingestellt, und er nahm seine Tätigkeit im Juli 2020 wieder auf. Der Klinikdirektor war damals beurlaubt. Dessen Arbeitsverhältnis wurde später einvernehmlich aufgelöst.

Wegen der Wiederanstellung des Whistleblowers wandten sich zahlreiche Mitarbeitende an den Spitaldirektor. Sie machten „ernsthafte Bedenken bezüglich der Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit“ und eine fehlende Vertrauensbasis geltend.

Tatsächlich soll sich der zurückgekehrte Arzt nicht um eine vermittelnde Haltung bemüht haben. Vielmehr beschwerte er sich gleich nach seiner Rückkehr bei der Spitaldirektion, kritisierte die feindliche Haltung von Mitarbeitenden ihm gegenüber und suchte weiter nach angeblich belastendem Material gegen den Klinikleiter.