Mannagetta-Preis für Medizin-Geschichte an Innsbrucker Historikerin

Die Historikerin Elena Taddei von der Uni Innsbruck erhält von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) den diesjährigen Mannagetta-Preis für die Geschichte der Medizin. Die mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am Dienstag in Wien verliehen. Der mit 15.000 Euro dotierte Mannagetta-Preis für Medizin wurde heuer von der Jury nicht vergeben, weil die Einreichungen nicht den hohen Qualitätsansprüchen des Preises genügten, teilte die ÖAW auf Anfrage der APA mit.

red/Agenturen

Elena Taddei vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck erhält den Preis in Anerkennung ihrer Monographie „Franz von Ottenthal“, einem modernen, politisch engagierten und selbstbewussten Landarzt im Tirol des 19. Jahrhunderts. Dieser setzte sich nicht nur als Arzt, sondern auch im Rahmen seiner politischen Tätigkeit als Tiroler Landtagsabgeordneter für die Behandlung und Versorgung von psychisch kranken Menschen ein.

Zudem werden zwei Nachwuchsforscher der Medizinischen Universität Wien, der Neurowissenschafter Gregor Gryglewski von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und die Biochemikerin Polina Kameneva vom Zentrum für Hirnforschung, mit dem mit jeweils 4.000 Euro dotierten Mannagetta-Förderpreis für Medizin ausgezeichnet. Die Förderpreise werden an junge Wissenschafter vergeben, deren Promotion nicht mehr als vier Jahre zurückliegt.

Die seit 2019 vergebenen Preise sind nach dem Mediziner Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta (1588-1666) benannt, der mehrmals Rektor der Universität Wien und Leibarzt der Kaiser Ferdinand II., Ferdinand III. sowie Leopold I. war. Er richtete 1661 eine Stiftung ein, die bis heute besteht und die ÖAW bei der Finanzierung von Preisen in der Medizin sowie Stipendien in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften unterstützt.