Hacker für Bindung an Spitäler nach Ausbildung

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) will Ärzt:innen nach ihrer Ausbildung in öffentlichen Wiener Spitälern an diese für mehrere Jahre binden, um eine direkte Abwanderung in den niedergelassenen Bereich zu verhindern. Im Gespräch mit der Sendung „ATV Aktuell - Im Fokus“, die am Samstag um 19.25 Uhr ausgestrahlt wird, sprach er von fünf bis zehn Jahren. Der Vorstoß sorgte für heftige Kritik seitens der Ärztekammer.

red/Agenturen

Man arbeite derzeit an einer Regulierung, „wo wir als Ausbildner vielleicht auch eine Lösung finden, dass wir Ärzt:innen, die sich ausbilden lassen, auch ans öffentliche Gesundheitssystem für eine Zeit lang nach dieser abgeschlossenen Ausbildung binden“, sagte Hacker wörtlich. Er fordert zudem die Ärztekammer auf, über eine Limitierung von Wahlarztstellen nachzudenken.

Der Ärztekammer-Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte Harald Mayer zeigte sich am Sonntag in einer Aussendung „entsetzt“ über den Vorstoß, den er mit einer „Versklavung“ gleichsetzte.

„Die Ärzt:innen in Österreich zu Sklaven zu machen, wird kaum dazu beitragen, dass sie gerne in Österreich bleiben, sondern ganz im Gegenteil den drohenden Ärztemangel in unserem Land weiter befeuern“, meinte Mayer wörtlich und warnte: „Dann werden sie eben überhaupt nicht in Österreich mit der Ausbildung beginnen.“

Die Spitalsärzte zu „Leibeigenen des Staates“ machen zu wollen, bringe gar nichts, „dann werden sich erstens viele schon vorher überlegen, ob sie überhaupt den Arztberuf ergreifen sollten und jene, die das Studium bei uns dennoch absolvieren, werden danach ganz einfach volley ins benachbarte Ausland oder nach Skandinavien wechseln“, so Mayer weiter. Dort herrschten zum einen auch deutlich bessere Arbeitsbedingungen als in Österreich, da „der Politik dort die Ausbildung wichtig und der Lohn ebenfalls höher ist“.