Ukraine-Krieg

Wirtschaftskammer Kärnten unterstützt Vertriebene aus der Ukraine

Die Wirtschaftskammer Kärnten hat am Donnerstag eine erste Zwischenbilanz über ihre Unterstützung für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine vorgelegt. Dabei sei rasche Hilfe im Mittelpunkt gestanden, betonte WK-Präsident Jürgen Mandl bei einem Pressegespräch: „Wenn Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden, traumatisiert sind und Zuflucht suchen, dann liegt es an uns allen, rasch zu helfen.“ Als erstes gelte es, den Menschen zu helfen, Deutsch zu lernen.

red/Agenturen

Man habe nur wenige Tage nach Ausbruch des Krieges die ersten Deutschkurse angeboten, bis jetzt wurden 360 Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer begrüßt. Weitere sechs Kurse für rund 180 Teilnehmende starten mit Anfang Mai, die binnen kürzester Zeit ausgebucht waren, es gibt bereits eine Warteliste. Kurse gibt es in Klagenfurt, Villach, Wolfsberg und zusätzlich via E-Learning. Finanziert würden die Kurse von der Wirtschaftskammer, sagte WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei.

Als Koordinatorin wurde Alessia Sasina, die Referentin im Bereich „Außenwirtschaft und EU“ in der WK, eingesetzt, die aus Kiew stammt. Es sei einfach etwas anderes, wenn man die Sprache beherrsche, sagte Mandl, der das Engagement Sasinas über den grünen Klee lobte. Es sei auch beeindruckend, wieviel Energie und Selbstorganisation die Kriegsvertriebenen an den Tag legen würden.

„Der Andrang und das Interesse ist riesengroß“

Das WIFI Kärnten wird die Deutschkurse bis mindestens Jahresende fortsetzen. Bis dahin könnten 1.000 Ukrainerinnen und Ukrainer durch diese Schulungen die deutsche Sprache erlernen. WIFI-Geschäftsführer Andreas Görgei zeigte sich zuversichtlich: „Der Andrang und das Interesse ist riesengroß und kann auf Grund der Kapazitäten nur in Etappen bedient werden. Da auch Kinder unterrichtet wurden, hat das WIFI 70 Jugendliche mit Tablets ausgestattet, um das elektronische Lernen bestmöglich zu begleiten.“

In Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk wurden zwei Kinderbetreuungsgruppen installiert. Insgesamt werden 24 Kinder in Klagenfurt betreut. Eine weitere Kindergartengruppe für 18 Kinder wird nächste Woche in Villach eröffnet. Dies sei wichtig, damit die Menschen die Möglichkeit bekommen, einen Job anzunehmen, so Mandl. Das zusätzliche Angebot sei deshalb notwendig, weil die Kindergärten ohnehin mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen hätten. Mittelfristig müsse sich die öffentliche Hand aber etwas einfallen lassen.

Kritik übte Sasina an der öffentlichen Verwaltung. Die meisten der 1.032 bisher in die Grundversorgung aufgenommenen Personen wurden privat untergebracht. Dies sei nur durch den Einsatz der zahlreichen Freiwilligen aus der ukrainischen Community in Kärnten möglich gewesen, sagte Sasina. Viele dieser Menschen seien aber bisher ohne jegliche finanzielle Unterstützung geblieben, sie erhalten die erste Auszahlung der Grundversorgung erst Ende Mai. Sasina: „Hier wären weitere Auszahlungstermine und schnellere Abwicklung der Anträge dringend notwendig.“ Auch bei den Deutschkursen gebe es bei den verantwortlichen Stellen kaum Aktivitäten, der Integrationsfonds glänze trotz bester Dotierung durch Untätigkeit.