Praevenire-Gesundheitstage

Vorhersagen zu Covid-19 extrem schwierig

Eine Vorhersage über die künftige Entwicklung der Covid-19-Pandemie ist extrem schwierig. Wichtig wären nasal zu verabreichende Impfstoffe. Vakzine sollten auch schneller zugelassen werden können, sagte der aus Österreich stammende Vakzin-Forscher Florian Krammer am Mittwoch in einer Video-Zuschaltung aus New York bei den Praevenire Gesundheitstagen (bis 20. Mai) in Seitenstetten (NÖ).

red/Agenturen

„Die Evolution von SARS-CoV-2 ist schwer vorherzusagen. Wir brauchen an die Mutationen angepasste Impfstoffe. Wir brauchen leichtere Zulassungsverfahren und eine intranasale Impfung sowie multivalente Impfstoffe", erklärte Krammer (Icahn School of Medicine/New York).

Derzeit steuern sowohl das US-Unternehmen Moderna als auch Pfizer-BioNTech mit adaptierten mRNA-Vakzinen die Zulassung an. Doch das SARS-CoV-2-Virus verändert sich schnell und „chaotisch", wie der Experte erklärte. Das sei ganz anders als zum Beispiel bei bestimmten Influenza A-Stämmen. Das zweite Problem: „Die bisherigen Vakzine erzeugen eine schlechte mukosale (in der Schleimhaut z.B. der Atemwege; Anm.) Immunantwort. Wichtig wären daher intranasal (per Nasenspray; Anm.) anwendbare Impfstoffe."

Mit solchen Vakzinen sollte es möglich werden, SARS-CoV-2-Infektionen viel besser zu verhüten, weil der Infektionsweg eben über die oberen Atemwege funktioniert und eine gute lokale Immunantwort eine Prävention ermöglichen würde. Unklar ist auch, wie es längerfristig mit den Coronaviren weitergeht.

Laut Krammer könnten sich die Erreger entweder in Richtung saisonaler Influenza mit jährlich hoher Krankheitslast und Todesfällen entwickeln. Es sei aber auch möglich, dass SARS-CoV-2 in Richtung jener „humanen“ Coronaviren mutiert, die offenbar seit urdenklichen Zeiten für banale Erkältungen sorgen und gegen die keine Impfung wie jene gegen die Influenza notwendig ist.