Blut ist ein begehrter Saft - und im Sommer Mangelware

In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt – das sind täglich rund 1.000 Konserven. Nur dank der Hilfe zahlreicher freiwilliger und unbezahlter Blutspender:innen ist es für das österreichische Blutspendewesen möglich, die flächendeckende Vollversorgung aller Spitäler mit ausreichend Blutkonserven sicherzustellen. Aktuell sind die Lagerstände besorgniserregend niedrig und das Rote Kreuz ist dringend auf Blutspenden angewiesen.

red/Agenturen

Die Covid-19-Pandemie hat viele Menschen krankheitsbedingt vom Blutspenden abgehalten. Hinzu kommen auch noch geplante Urlaube sowie Freizeitaktivitäten. Zusätzlich haben die Krankenhäuser aber auch wieder einen vermehrten Bedarf an Blutkonserven, da verschobene, nicht zeitkritische Operationen nachgeholt werden. Das hat zur Folge, dass - anders als in der Vergangenheit - nicht die notwendigen Reserven aufgebaut werden konnten, um gut durch den Sommer zu kommen.

„Leider beobachten wir im Sommer erfahrungsgemäß einen starken Rückgang an Spender:innen. Wir sind daher auf die Unterstützung jeder und jedes Einzelnen angewiesen und rufen Menschen aller Blutgruppen auf, zur Blutspende zu kommen und uns zu helfen, unsere Lagerstände vor dem Sommer auf ein sicheres Niveau zu bringen“, so Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

24 Stunden und 365 Tage

Blutkonserven können rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, von Spitälern angefordert werden. Bis zu 1.000 Blutprodukte werden täglich in Österreich ausgeliefert. Rund 70 Prozent davon werden – etwa für Operationen – langfristig vorbestellt, 30 Prozent werden akut benötigt. Blut wird beispielsweise nach Unfällen, bei Geburten, Operationen oder bei der Behandlung schwerer Erkrankungen verabreicht. 
„Im Jahr 2021 haben in Österreich insgesamt 222.295 Personen beim Roten Kreuz Blut gespendet, das sind 3,56 Prozent der Bevölkerung im spendenfähigen Alter. Die Blutkonserven sind jedoch maximal 42 Tage haltbar, was eine kontinuierliche Aufbringung der Konserven erfordert“, erklärt Dr. Ursula Kreil, Leiterin der Abnahme in der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich, Burgenland. „Blut ist ein wichtiges Notfallmedikament, das trotz des medizinischen Fortschritts nicht künstlich hergestellt werden kann.“ 

Wie läuft eine Blutspende ab?

Am Beginn jeder Blutspende steht zunächst der Entschluss, anderen Menschen helfen zu wollen. Spenden dürfen Menschen ab dem 18. und bis zum 70. Geburtstag, die bestimmte gesundheitliche und gesetzlich festgelegte Kriterien erfüllen.
Der nächste Schritt ist der Weg in eine der Blutspendezentralen oder zu einer der zahlreichen Blutspendeaktionen des Roten Kreuzes. Vor Ort ist ein medizinischer Fragebogen auszufüllen, der unter anderem Fragen zu Gesundheit, Lebensstil, Auslandsaufenthalten, Medikamenteneinnahme oder Impfungen enthält. Mit dem ausgefüllten Fragebogen geht es anschließend zur Prüfung der Spendereignung. Hierbei werden Blutdruck, Körpertemperatur sowie der Hämoglobin-Gehalt des Blutes gemessen. Im Zuge des medizinischen Anamnesegespräches werden die Spender:innen noch einmal genau über die Blutspende aufgeklärt. Danach geht es weiter zur Blutabnahme, wo der/die Spender:in auf einer bequemen Liege Platz nimmt. Die Blutspende selbst ist unkompliziert und geht schnell – in maximal 10 Minuten ist sie auch schon erledigt. Nach einer kurzen Erholungsphase auf der Liege gibt es noch Snacks und Getränke zur Stärkung.

Anlässlich des Weltblutspendetages spricht Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer noch einen besonderen Dank aus: „Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen Blutspender:innen dafür bedanken, dass sie die Versorgung der Patient:innen in Österreichs Spitälern unterstützen und so dazu beitragen, verletzten und schwer kranken Menschen zu helfen. Außerdem wollen wir all jene, die vielleicht noch keine Blutspender:innen sind, dazu einladen, zur Blutspende zu kommen und damit Leben zu retten.“

Über den Weltblutspendetag
Im Jahr 1930 erhielt der österreichische Naturwissenschaftler Karl Landsteiner für seine Entdeckung der Blutgruppen A, B, 0 und AB den Nobelpreis für Medizin. Seine Forschungserkenntnisse haben eine moderne Transfusionsmedizin ermöglicht. Seit dem Jahr 2004 wird daher jährlich am 14. Juni, dem Geburtstag von Karl Landsteiner, der internationale Weltblutspendetag gefeiert. An diesem Tag sollen die Menschen weltweit daran erinnert werden, wie wichtig die Blutspende ist.

Informationen zur Blutspende und Termine in der Nähe unter: www.gibdeinbestes.at

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Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK)/Helmut Mitter