Pharma

Vifor: EU-Kommission prüft wettbewerbswidriges Verhalten

Die EU-Wettbewerbshüter wollen eine mögliche wettbewerbswidrige Diskreditierung der Firma Pharmacosmos durch das Schweizer Pharmaunternehmen Vifor prüfen. Die Europäische Kommission erklärte am Montag, ihr lägen Hinweise vor, dass Vifor mit diesem Verhalten mehrere Jahre lang versucht habe, seinen größten Konkurrenten beim Verkauf von dessen Eisenmangel-Präparat zu behindern.

red/Agenturen

„Die Verbreitung irreführender Informationen über die Sicherheit von Pharmacosmos Eisenmangel-Behandlung Monofer könnte die Akzeptanz des Medikaments verzögert haben“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Dies würde letztlich den Patienten schaden, da der Wettbewerb um ein innovatives Medikament abgewürgt wird.“

Ein Vifor-Sprecher erklärte, die Firma nehme die Einleitung einer formellen Untersuchung durch die EU-Kommission betreffend das Medikament Ferinject zu Kenntnis und kooperiere in dem Verfahren uneingeschränkt. Vifor sei überzeugt, dass sich das Unternehmen nicht wettbewerbswidrig verhalten habe. „Die Eröffnung einer formellen Untersuchung durch die Europäische Kommission bedeutet nicht, dass ein Fehlverhalten unsererseits festgestellt wurde.“

In Europa werden jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Personen wegen Eisenmangels mit hochdosierten intravenösen Eisenpräparaten behandelt. Vifor steht vor der Übernahme durch den australischen Biotechnologiekonzern CSL. Vifor soll dann von der Börse genommen werden.