Coronavirus

Gecko will leichtere Verfügbarkeit von Medikamenten

Das Beratungsgremium Gecko empfiehlt, die Verfügbarkeit von Medikamenten gegen das Coronavirus zu erleichtern. In einem aktuellen Report spricht man sich beispielsweise für eine Vereinfachung der Ausgabe durch E-Rezept und direkte Ausgabe bei Hausärzt:innen aus. Zudem sei eine Verfügbarkeit in Apotheken und Betreuungseinrichtungen anzustreben.

red/Agenturen

Bereits vor einer möglichen Erkrankung sollten potenzielle Risikopatient:innen von ihren Ärzt:innen aufgeklärt und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten abgeklärt werden. Für Gecko steht fest, dass eine Kombination aus Impfung und Medikamenten ein optimales Schutzpaket vor schweren Verläufen darstelle. Verfügbar sein sollten genügend Präparate. Von den vorhandenen 487.465 Behandlungsreihen wurden bisher erst 4,1 Prozent verwendet.

Wenig Nebenwirkungen beim vierten Stich

Was die Impfungen angeht, scheint die vierte Immunisierung keine gravierenderen Nebenwirkungen mit sich zu bringen. Das legten Erfahrungen aus Israel nahe. Ob ein Impfstoffwechsel bei der vierten oder weiteren Impfungen Veränderungen der Verträglichkeit bringt, kann noch nicht beurteilt werden. Klar ist, dass bei den mRNA-Impfstoffen die Reaktion auf die zweite Teilimpfung am deutlichsten ausgeprägt ist. Bezüglich Impfung bei Kindern zeigen Daten, dass die Impfung im Alter von fünf bis elf Jahren besser vertragen wird als in der Gruppe der zwölf- bis 17-Jährigen. Bei den Jüngeren waren bisher auch keine Fälle von Entzündungen im Herzbereich beobachtet wurden.

Höhepunkt der Welle unklar

Viele Unsicherheiten gibt es noch, was den Zeitpunkt des Höhepunkts der aktuellen Welle angeht. Zwei Effekte sollten dafür sorgen, dass es zunächst einen bremsenden Effekt auf die Infektionsausbreitung gibt. Einerseits geht es da um den Beginn der Ferienzeit mit verstärkter Reisetätigkeit, die wiederum mit der Schließung der Schulen zusammenhängt und auch die Büros leert. Andererseits gibt es noch den Effekt von Verhaltensänderungen durch größeres Risiko-Bewusstsein ab einer gewissen Infektionszahl, etwa ab 20.000 neuen Fällen pro Tag.

Je nachdem wie stark diese Effekte ausgeprägt sind, wird der Zeitpunkt des Peaks geschätzt. Werden die Kontakte eigenverantwortlich stark reduziert, dürfte der Höhepunkt erst Anfang Herbst eintreten. Ist dies in einem geringeren Ausmaß der Fall, könnte man die Höchstwerte früher erreichen. Wie hoch es geht, ist offenbar schwer abschätzbar. Der Maximalwert wird nämlich mit einer großen Bandbreite von 35.000 bis 70.000 Fällen pro Tag angenommen. 2.500 bis 4.000 Fälle könnten auf den Normalstationen der Spitäler landen, auf den Intensivstationen 150 bis 300.

Belastung für Gesundheitssystem

Insgesamt meint Gecko, dass eine Belastungssituation für das Gesundheitssystem vergleichbar mit der ersten Omikron-Welle plausibel sei. Das bedeute das Zusammentreffen einer hohen Anzahl normalpflegebedürftiger Patienten kombiniert mit Massenquarantäne in der Bevölkerung und damit des Gesundheitspersonals.

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Risiko geht stark nach oben
Katharina Reich
Katharina Reich ist die Vorsitzende der Gecko-Kommission, die nun eine Prognose für die nächsten 100 Tage in einem neuen Bericht vorlegte.
BKA / Andy Wenzel