Hitze

„Wasser-Polizei“ in Los Angeles geht gegen Verschwendung vor

Jeden Tag patrouilliert Damon Ayala in den Straßen von Los Angeles, um gegen Wasserverschwendung vorzugehen. Laut dem Sänger Albert Hammond („It Never Rains in Southern California“) hat es ja schon in den 70er-Jahren in Südkalifornien nie geregnet, doch aufgrund des Klimawandels herrscht inzwischen dramatische Dürre, Wasserspeicher und Flüsse weisen historische Tiefstände auf. Deshalb haben die Behörden von Los Angeles ihren Bürgern auferlegt, Wasser zu sparen.

red/Agenturen

Ayala arbeitet für die Wasserbehörde von Los Angeles, die jede Woche Hunderten von Beschwerden über Wasserverschwendung nachgehen muss. Kalifornien und der gesamte Westen der USA leiden seit Jahren unter Dürre, und die Lage verschärft sich dramatisch. Angesichts der historischen Wasserknappheit haben die Behörden von Los Angeles Beschränkungen für den privaten Verbrauch beschlossen: Unter anderem dürfen Rasen nur noch zweimal pro Woche höchstens acht Minuten lang bewässert werden.

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, wird erst einmal verwarnt. „Oftmals kennen die Leute die Regeln nicht, und wir müssen sie erst einmal aufklären“, sagt Ayala. Wer aber weiter Wasser verschwendet, muss mit Strafen zwischen 200 und 600 Dollar rechnen. Das Geld bringe zwar nicht mehr Wasser, aber es könnte dazu führen, dass die Betroffenen ihr Verhalten ändern. Bei hartnäckigen Wiederholungstätern wird ab dem fünften Verstoß ein Gerät eingebaut, das den Wasserverbrauch des Haushalts beschränkt. Dazu kommt es aber nur selten, sagt Ayala.

Tatsächlich meldet die Wasserbehörde erste Erfolge. Nach ihren Angaben ist der Wasserverbrauch von Privathaushalten im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Doch wenn die Dürre schlimmer wird, könnten drastischere Veränderungen im Stadtbild notwendig werden. Bisher ist Los Angeles bekannt für seine Palmen und tiefgrünen Rasenflächen - mehr und mehr Bewohner gehen inzwischen aber dazu über, bewässerungsintensive Vegetation durch Wüstenpflanzen zu ersetzen.

Wasser oft im Freien verwendet

Pamela Berstler und Marianne Simon von der Gartenbaufirma G3 Garden Group helfen ihnen dabei. Im Auftrag der Stadt geben sie Kurse für angepasstes Gärtnern, um den Bewohnern Alternativen zum Rasen schmackhaft zu machen. Denn „Haushalte verbrauchen mehr als die Hälfte ihres Wassers im Freien“, sagte Berstler. Gabriel Golden und Danielle Koplinkase haben sich bereits vor ein paar Jahren darauf eingelassen. Ihren Garten zieren jetzt genügsame kalifornische Eichen und Blumen, die mit nur ein paar Tropfen Wasser in der Woche auskommen.

Manche Gartenbesitzer entscheiden sich für Kunstrasen oder Kies. Garten-Expertin Simon bevorzugt aber Vegetation. Eine bepflanzte Fläche könne leicht sechs Grad Celsius kühler sein als eine Kiesfläche, sagt sie. Zudem könnten bepflanzte Flächen Regenwasser speichern und damit dem Grundwasserspiegel helfen. Während Simon spricht, geht in ihrer Nähe ein Rasensprenger an - in der prallen Sonne, zu einer Stunde, an der das eigentlich verboten ist. Die Wassertropfen, die auf den verbrannten Rasen und den Gehsteig fallen, verdunsten in Sekunden. „Es zerreißt mir das Herz, aber es ist auch eine Lehre“, sagt Simon. Sie zeigt auf den Rasen: „Das da sollte die Vergangenheit sein“ - dann schaut sie auf ihre einheimischen Pflanzen: „Und das hier unsere Zukunft“.