25 Millionen Fälle in Indien seit Pandemiebeginn

Seit Pandemiebeginn haben sich in Indien mehr als 25 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden wurden mehr als 263.000 neue Infektionen erfasst, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Dienstag zeigten. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen sank zuletzt tendenziell. Allerdings verlagert sich die Pandemie zunehmend in die ländlichen Regionen Indiens - und dort gibt es deutlich weniger Testmöglichkeiten.

red/Agenturen

Die Dunkelziffer der Corona-Fälle dürfte entsprechend hoch sein. In den vergangenen 24 Stunden starben nach offiziellen Angaben 4.329 Menschen mit oder an Corona - ein Höchststand für Indien seit Pandemiebeginn.

Ärztinnen und Ärzte im Land warnten zudem vor der Zunahme einer seltenen Pilzkrankheit mit hoher Todesrate. Der staatliche Indian Council of Medical Research hielt kürzlich Krankenhäuser dazu an, bei Patienten mit einer Corona-Infektion, mit Diabetes oder einer Immunschwäche auf frühe Symptome davon zu achten. Sie befürchten, dass die Krankheit von Steroiden ausgelöst oder verschlimmert werden könnte, die bei der Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt werden. An Mukormykose kann erkranken, wer bestimmte Schimmelpilzsporen einatmet oder sie über eine Hautverletzung aufnimmt.

Indien wird Regierungskreisen zufolge frühestens ab Oktober wieder Impfstoffe exportieren, wurde am Dienstag weiters bekannt. Die Dosen sollten zunächst im Land selbst verabreicht werden, sagten drei mit den Überlegungen vertraute Regierungsvertreter. Der Exportstopp gilt somit länger als zunächst gedacht und trifft insbesondere die weltweite Covax-Initiative, mit der ärmere Länder wie Bangladesch, Nepal oder afrikanische Staaten mit Impfstoff versorgt werden sollen. Das besonders heftig von einer zweiten Welle getroffene Indien hatte die Ausfuhr im April ausgesetzt. Das Serum Institute of India, der weltweit größte Hersteller von Vakzinen, hatte mit einer Wiederaufnahme im Juni gerechnet.

Taiwan reagierte indes mit landesweiten Schulschließungen auf einen Anstieg der Fallzahlen. Von Mittwoch bis Ende kommender Woche sollen alle Schüler zu Hause online unterrichtet werden. Für den Inselstaat ist das ein außergewöhnlicher Eingriff, denn bis zuletzt galt dort das Infektionsgeschehen als weitestgehend unter Kontrolle. Vergangene Woche wurden dann aber fast 1.000 Neuansteckungen im Inland registriert. Seit Start der Pandemie waren es insgesamt nur 2.260. 14 Menschen starben bisher, die positiv getestet worden waren. Gesundheitsminister Chen Shih Chung sagt, meist handle es sich um milde Krankheitsverläufe.