Deutschland

Ärzt:innen in Gesundheitsämtern: Impfregister möglichst bald wäre wichtig

Die Ärzt:innen der Gesundheitsämter sehen die Etablierung eines zentralen Impfregisters als hilfreich auch für folgende Pandemien an. „Es ist ganz, ganz wichtig, dass es passiert und eben möglichst bald“, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärzt:innen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), am Donnerstag in Magdeburg. „In Dänemark und England funktioniert das auf Knopfdruck, von jetzt auf gerade kann man das abfragen. Für uns ist das jetzt die Zukunft.“ Aktuell bewältigten die Gesundheitsämter die Kontrolle der Impfpflicht Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

red/Agenturen

Bei einem wissenschaftlichen Kongress in Magdeburg beraten die Ärzt:innen des öffentlichen Gesundheitsdienstes seit Donnerstag über die Schlussfolgerungen aus der Corona-Pandemie.

Die personelle Aufstockung der Gesundheitsämter habe bislang recht gut funktioniert dank des „Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD-Pakt), sagte Nießen. Im vergangenen Jahr seien bundesweit 2043 Stellen hinzugekommen, davon 25 Prozent Ärzt:innen. Ab diesem Jahr sollten 3.500 Stellen hinzukommen. Das Geld aus dem ÖGD-Pakt sei auf fünf Jahre beschränkt, das Personal werde man aber länger brauchen, sagte Nießen, Amtsleiter im Gesundheitsamt Köln.

Weiterhin sei die Bezahlung der Ärzt:innen in den Gesundheitsämtern ein Hemmnis. „Jeder, der im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten kann, braucht eine gewisse Grundform von Idealismus, weil das Gehalt von einem Arzt, einer Ärztin in einem Krankenhaus bis zu 1.000 Euro höher ist“, sagte Nießen. Mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst gebe es die Möglichkeit, bis zu zehn Prozent Tarifsteigerungen einzubauen. „Aber nicht jeder Kämmerer macht das dann auch so“, sagte Nießen.

In der Pandemie ist laut dem Verbandsvorsitzenden die Zahl der Ärzt:innen im Öffentlichen Gesundheitsdienst von vorher 2.500 auf 3.000 gestiegen. Zuvor seien über 20 Jahre rund 30 Prozent der Arztstellen in den Gesundheitsämtern eingespart worden.