Telefonische Krankschreibung

Deutscher Hausärzte-Verband will weiterhin Krankschreibung per Telefon

Der deutsche Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat die dauerhafte Weiterführung der telefonischen Krankschreibung in Arztpraxen gefordert. „Die Telefon-Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat sich bewährt", sagte der Verbandschef den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Mittwochsausgaben). „Warum diese jetzt ohne Not wieder einkassiert wurde, ist nicht nachvollziehbar. Wir sind sehr dafür, dass diese sinnvolle Regelung für Bestandspatientinnen und -patienten dauerhaft bestehen bleibt."

red/Agenturen

Das Patientenaufkommen in den Hausarztpraxen sei auch außerhalb der Corona-Pandemie sehr hoch. Die telefonische Krankschreibung wäre eine „echte Entlastung", unterstrich Weigeldt und kritisierte: „Es wird zwar viel über Entbürokratisierung gesprochen, wenn es dann aber mal konkret wird, verfallen viele Akteure im Gesundheitswesen dann doch wieder in alte Muster."

Patienten müssten aus medizinischer Sicht nicht mit jedem grippalen Infekt zwingend in der Hausarztpraxis vorstellig werden. „Viele müssen sich dann trotzdem krank in die Praxen schleppen, vor allem weil viele Arbeitgeber schon ab dem ersten Tag eine Krankschreibung verlangen", sagte er weiter.

„In den Fällen, in denen sich Patient und Arzt kennen, es sich also nicht um einen Erstkontakt handelt, würde es absolut Sinn ergeben, wenn die Hausärzte die Möglichkeit hätten, diese Patientinnen und Patienten nach einer Telefonkonsultation bei Bedarf für einige Tage krank zu schreiben." Warum das zwar per Video möglich sein solle, per Telefon jedoch nicht, erschließe sich überhaupt nicht.

Krankschreibungen sind ab Mittwoch nicht mehr per Telefon möglich. Dafür müssen Patienten wieder in die Arztpraxis kommen oder Videosprechstunden nutzen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen in Berlin kürzlich mitteilte.