Impfungen

Italien wegen Impfmuffeln besorgt

Während Italien bei voranschreitender Impfkampagne die Alterspriorisierung abschaffen will, machen sich die Behörden Sorgen wegen der Impfmuffeln. Mehr als zwei Millionen Italiener über 70 Jahren haben nämlich die erste Impfdosis noch nicht erhalten. Diese sollen jetzt von Hausärzten aufgespürt und zur Immunisierung bewegt werden.

red/Agenturen

Mehr als eine halbe Million Menschen im Alter von über 80 Jahren (elf Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe) und 1,5 Millionen Bürger zwischen 70 und 79 Jahren sind noch nicht geimpft worden, was einem Prozentsatz von 25 Prozent entspricht. Schwarzes Schaf ist Sizilien, wo 31 Prozent der Menschen über 80 nicht geimpft wurden. Zum Vergleich: In Venetien liegt dieser Prozentsatz bei 1,5 Prozent.

Neben Verweigerern aus Überzeugung gibt es mehrere Unentschlossene,rrr sowie ältere Menschen, die sich online nur schwer für die Impfung anmelden können. Vor allem in Süditalien leben viele Senioren, die nicht allein die Impfzentren erreichen können. Nun sollen jetzt Hausärzte Impfmuffel aufspüren und sie mit Telefonanrufen zur Impfung bewegen, hieß es in Rom.

Im Juni will Italien mit der Immunisierung von Teenagern ab 16 Jahren beginnen und auf sozialen Netzwerken eine Kampagne starten, um junge Menschen von der Impfung zu überzeugen. Für Jugendliche unter 20 Jahren wird auf TikTok mit seinen Influencern gesetzt. Für Menschen unter 30 werden VIPs von Instagram, Facebook und Twitch eingebunden, geht aus einem Projekt des Ministeriums für Jugendpolitik hervor. Die Kampagne wird auch institutionelle Kanäle betreffen. Die Impfung von Teenagern sei in Hinblick auf eine sichere Rückkehr in die Schule im kommenden September wichtig.