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Corona-Impfung

Italien will Jugendliche in Diskotheken impfen

Italien denkt an die Immunisierung von Jugendlichen in Diskotheken. Der für die Kampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Paolo Figliuolo rief die Nachtgastronomie zur Beteiligung auf, damit Jugendliche direkt geimpft werden können. Dies sei wichtig, um die Impfkampagne unter den jüngeren Generationen zu beschleunigen.

red/Agenturen

Der Verband der Disco-Betreiber signalisierte Kooperationsbereitschaft. Dieser plant zwei Versuche mit Großevents für Getestete und Geimpfte, um den Gesundheitsschutz bei den Veranstaltungen zu erproben. Am 5. Juni soll ein Experiment in der süditalienischen Adria-Hafenstadt Gallipoli starten, wo 2.000 Menschen unter freiem Himmel in der Disco „Praja“ feiern dürfen. Ein anderer Test sei in geschlossenen Räumen des Clubs „Fabric“ in Mailand geplant, Datum stand hier noch keines fest.

Die Disco-Betreiber hoffen mit ihrer Unterstützung der Kampagne den Neustart ihrer Branche zu beschleunigen. Seit dem vergangenen August sind Discos geschlossen. In den Regionen, die in den nächsten Tagen weiß werden sollen, also mit niedrigeren Restriktionen, sollen Tanzlokale zwar öffnen dürfen, allerdings nicht fürs Tanzen, sondern lediglich für die Gastronomie.

Italien befindet sich bei sinkenden Corona-Zahlen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Es wurde erwartet, dass die Outdoor-Discos Mitte Juni wieder öffnen dürfen. Bisher gilt allerdings im ganzen Mittelmeerland noch ein nächtliches Ausgangsverbot, das um 23.00 Uhr startet. Am 21. Juni soll die Ausgangssperre abgeschafft werden.

40 Prozent der Restaurants konkursgefährdet

Italien droht jedoch in den nächsten zwölf Monaten 40 Prozent der Restaurants die Zahlungsunfähigkeit. Vor der Pandemie waren erst 17,3 Prozent insolvenzgefährdet, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Industriellenverbands Confindustria und des italienischen Wirtschaftsinstituts Cerved über die Situation der Klein- und Mittelunternehmen zu Zeiten der Pandemie hervorgeht.

Besonders stark ist die Konkursgefahr für Lokale in Süditalien. 50,9 Prozent der Restaurants droht dort die Schließung, wie es in der Studie weiters heißt. Die Pleite drohe auch einem Drittel der Hotels in Italien, sowie zwei Drittel der Unternehmen, die im Bereich Messen und Kongresse aktiv sind.

Zwischen Ende 2019 und Ende 2021 werden in Italien laut der Studie etwa 1,3 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, was 8,2 Prozent der insgesamt 16 Millionen Stellen in Privatunternehmen entspricht. In Mittel- und Süditalien seien die Jobverluste höher als im Norden.

 

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