| Aktualisiert:
Corona-Verordnungen

Maskenpflicht im Handel und Öffis pausiert, Schultests werden beendet

In einer Pressekonferenz heute früh verkündet Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) das vorläufige Ende der Maskenpflicht im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. In Spitälern und Altersheimen bleibt sie weiter aufrecht. Gleichzeitig betont er, die Pandemie „gönnt uns eine Atempause“, er verkünde hier nicht das Ende der Pandemie. Wien überlegt allerdings momentan strengere Regelns, etwa in den Öffis. Auch an den Schulen fallen ab Juni die verpflichtenden PCR-Tests weg.

red/Agenturen

Sollten in einer Klasse Fälle auftreten, können weiterhin Antigentests durchgeführt werden. Dieser Schritt stehe im Einklang mit den anderen Schritten der Bundesregierung, betonte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). „Heute kann die letzte Maßnahme in der Schule aufgehoben werden“.

Rauch betont zudem, die Maske werde wiederkommen, außerdem würde er eine Empfehlung aussprechen, dort, wo viele Menschen zusammenkommen, auch eine Maske zu tragen. Konkret heisst es aber ab 1. Juni, es braucht weder im Lebensmittelhandel noch in Drogerien, Tankstellen oder öffentlichen Verkehrsmitteln mehr Masken. Die sehr wahrscheinliche Herbstwelle mit einer eventuellen Virusmutation möchte Rauch mit einer „basisnahen“ Auffrischungskampagne für das Impfen eindämmen, etwa über Ärzt:innen in der Niederlassung oder durch den Arbeitgeber. Momentan erlaube die Neuinfektionszahl von unter 2.000 und einer Spitalsbelegung von landesweit 600 an Corona Erkrankten aber eine Lockerung der Maßnahmen.

Ursprünglich hätte die FFP2-Pflicht bis Anfang Juli gelten sollen - wie der Gesundheitsminister erst kürzlich noch bekräftigt hatte. „Die epidemiologische Lage hat sich seither verändert und ich bin nicht jemand, der krampfhaft an etwas festhalten muss." Man habe auch mit allen Gesundheitslandesräten gesprochen, so Rauch. Er gehe davon aus, dass das Masken-Aus flächendeckend sein werde, aber wie die Länder es ausführen, bleibe diesen überlassen, er könne "nicht darüber regieren". Ein Mund-Nasen-Schutz, etwa in Öffis, würde vereinzelt diskutiert.

Offen ist vorerst noch die Frage, wie Wien weiter vorgeht - das in der Vergangenheit oft einen vorsichtigeren Weg eingeschlagen hat. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hat laut eigenen Angaben Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) beauftragt, den Krisenstab einzuberufen. Dieser soll die Situation evaluieren. Die Entscheidung soll dann „zeitnah" verkündet werden, wie er auf dem Nachrichtendienst Twitter kommunizierte.

Pilz mahnt Solidarität mit Vulnerablen ein

Wiens FP-Chef Dominik Nepp sprach sich dafür aus, dass Wien dem Bund folgt und den „Masken-Fetisch" beendet. Der Trage-Zwang sei vor allem bei Rekordhitze nicht zumutbar, befand er. FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl kommentierte gewohnt radikal: „Diese Bundesregierung hat in den letzten beiden Jahren jeden Bezug zur Realität verloren. Nur wer so tickt, der kann auf die Idee kommen, Maskenpflicht und Impfpflicht als Normalzustand verkaufen zu wollen und den Menschen das Aus der Maskenschikane als Ausnahme zu präsentieren – wie eine Art Freigang für Sträflinge. Diese Regierung hat jeden Bezug zur Realität verloren und muss weg!“ Das Masken-Aus komme zudem Monate zu spät, wenn man sich andere europäische Länder ansehe, wo die Menschen schon seit langem wieder ein Leben in Freiheit genießen. Und diese Freiheit sei auch der Normalzustand in einem demokratischen Land – und nicht die Ausnahme, bekräftigte Kickl.

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung, aber aus anderen Gründen, kam von der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz. Sie verstehe Entscheidung und Wortwahl nicht. „Atempause" würde suggerieren als wäre Atmen mit der Maske unmöglich und als wäre Solidarität mit Vulnerablen schrecklich, konstatierte sie auf Twitter. Sie warnte davor, dass sich niemand mehr an kommende Maßnahmen halten werde.

In den Schulen wird der Wegfall der Testungen mit der in den letzten Wochen immer weiter zurückgegangenen Zahl der positiven Coronatests begründet. Ob zu Schulbeginn im Herbst wieder PCR-Tests durchgeführt werden - etwa um infektiöse Reiserückkehrer zu identifizieren - hänge von der Corona-Situation ab. „Wir sind auf den Herbst vorbereitet. Die Schulen werden für alle Szenarien gerüstet sein“, sagte Polaschek.

Seit Ostern wird an den Schulen nur mehr einmal pro Woche verpflichtend PCR-getestet. Zuletzt gab es leicht rückläufige Infektionszahlen - in der Vorwoche schlugen rund 1.350 Tests an. In der kommenden Woche finden die Schul-PCR-Tests noch regulär statt, in der Woche nach Pfingsten dann nicht mehr.

 

Johannes Rauch Karoline Edtstadler
Gesundheitsminister Johannes Rauch kündigt eine Maskenpause für den Sommer an.
Tobias Steinmaurer_picturedesk