Coronavirus

NÖ folgt Empfehlung zur verkürzten Absonderung ohne Test

Niederösterreich wird den Empfehlungen des Gesundheitsministeriums zur verkürzten Absonderung von Corona-Infizierten ohne Test folgen. Dies sei nach „ausführlichen Beratungen“ entschieden worden, teilten LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Freitag mit. Als Begründung wurde u.a. genannt, dass andernfalls Verwaltungsverfahren drohen könnten.

red/Agenturen

Die Empfehlung von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) sieht vor, dass symptomlos Infizierte sowie jene mit leichtem Krankheitsverlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit) unter Auflagen nach fünf Tagen auch ohne Test aus der Absonderung entlassen werden können. Der Großteil der Bundesländer wird dem Vorschlag folgen, Wien und das Burgenland lehnten ihn dezidiert ab.

Aus Niederösterreich wurde am Freitag betont, dass die Empfehlungen des Bundes „als Handlungsanleitung für die Gesundheitsbehörden in den Ländern hohen Leitliniencharakter“ besitzen würden. Nachdem sich auch die Ampelkommission mehrheitlich für die neuen Regelungen ausgesprochen habe, sei entschieden worden, sich den Vorgaben ebenfalls anzuschließen.

„Die rechtliche Prüfung ergab, dass vor allem aufgrund des vollkommenen Freiheitsentzuges Verwaltungsverfahren drohen könnten - insbesondere weil auch das Gesundheitsministerium ein gelinderes Mittel durch die Verkehrsbeschränkung mit Maskenpflicht als ausreichend definierte“, skizzierte Königsberger-Ludwig. Sie appelliert jedoch eindringlich, dass erkrankte Menschen ohne Freitestung nur dann ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen sollten, wenn sie tatsächlich mindestens 48 Stunden symptomfrei seien, um keine Selbst- und Fremdgefährdung zu riskieren. Bei „geringsten Symptomen“ solle man sich weiterhin freitesten lassen.

Baldige Besserung der derzeit angespannten Infektionslage in Sicht

Beim Personal in den der Landesgesundheitsagentur (LGA) unerstehenden Kliniken und Pflegezentren werden die Empfehlungen des Gesundheitsministers „nur in begründeten und dringenden Ausnahmefällen herangezogen. Das soll aber nur anlassbezogen vor Ort und unter Einbindung der Belegschaftsvertreter entschieden werden“, betonte Pernkopf.

Weitergeführt werden soll „Niederösterreich gurgelt“ mit jedenfalls fünf kostenlosen Tests pro Monat. Unklar ist aufgrund fehlender Vorgaben des Bundes hingegen die weitere Finanzierung der Testungen in Apotheken.

Generell bestehe Hoffnung auf eine baldige Besserung der derzeit angespannten Infektionslage. „Die Verdachtsfallmeldungen bei der Hotline 1450 bzw. der Online-Verdachtsmeldung www.144.at/covidverdacht gehen aktuell wieder deutlich zurück, um 40 Prozent weniger als noch in der Vorwoche“, hoben die Landespolitiker hervor. Das sei erfahrungsgemäß „ein sehr gutes Signal bzw. ein guter Indikator dafür, dass auch die derzeit noch hohen Infektionszahlen demnächst sinken dürften".