Spitäler

Spitalscampus in Vorarlberg: Einer für alles

Die sechs Vorarlberger Landeskrankenhäuser und das Dornbirner Stadtspital sollen künftig als „Spitalscampus Vorarlberg“ noch intensiver zusammenarbeiten. Am Mittwoch wurde in einer Pressekonferenz ein Aktionsplan präsentiert, laut Landesrätin Marina Rüscher (ÖVP) der Start für einen umfassenden weiteren Prozess unter Einbeziehung der Mitarbeitenden. Alle sieben Krankenhäuser sollen bestehen bleiben und jeweils mit bestimmten Schwerpunkten ausgestattet werden.

red/Agenturen

Rüscher sprach bei der Pressekonferenz von einem Meilenstein in der Vorarlberger Spitalsentwicklung, der mehrere Ziele verfolge. Im Mittelpunkt stehe der Patient, der jeweils dort versorgt werden solle, wo die Kompetenz am größten sei. Durch das Setzen von Schwerpunkten würden Expertise, Erfahrung und Ausrüstung für bestimmte Spezialgebiete gebündelt und dadurch auch Mittel viel effizienter eingesetzt.

Für das Rekrutieren und Halten von Fachpersonal sei es von Vorteil, wenn durch eine noch engere Kooperation der Standorte ein größerer Mitarbeiterpool und damit attraktivere Dienstplanungsmöglichkeiten sowie bessere Ausbildungsmöglichkeiten entstehen, erklärte die Gesundheitslandesrätin. Zu diesem Zweck sollen auch die derzeit drei Krankenpflegeschulen des Landes als „Ausbildungszentrum Gesundheit“ gebündelt werden und etwa einen gemeinsamen Bewerbungsprozess erhalten. Neu hinzukommen soll die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz (OTA). Ein Stipendienmodell für den Pflegebereich ist in Vorbereitung.

„Spezialisierung immer intensiver, Schwerpunktsetzung wichtig“

Geplant ist, dass Bregenz die Schwerpunkte Unfallmedizin, Orthopädie und Adipositas übernimmt, Dornbirn Kinderheilkunde, Geburten und Gynäkologie - in einem Doppelprimariat mit der Geburten- und Gynäkologiestation Bregenz - und Hohenems Pulmologie, Schmerzbehandlung und die Long-Covid-Koordinationsstelle. Feldkirch ist als größtes Spital weiterhin das Schwerpunktkrankenhaus des Landes für alle komplexeren Fälle. Rankweil bleibt wie bisher für Neurologie und Psychiatrie zuständig, Maria Ebene für Suchtkrankheiten. In Bludenz soll ein Schwerpunkt für konservative Kardiologie entstehen, die Unfallmedizin für den Winter weiter gestärkt werden und - neben dem Krankenhaus Hohenems - ein tageschirurgischer Schwerpunkt gesetzt werden. Was dafür jeweils an Platz, technischer Ausstattung und Personal nötig ist, werde nun mit den Abteilungen erarbeitet, so Rüscher.

Der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft, Gerald Fleisch, sprach vom Beginn einer neuen Ära. Der Aktionsplan sei der Startschuss für einen umfassenden Beteiligungsprozess. Wolfgang Elsäßer, Primar am Landeskrankenhaus Feldkirch, bezeichnete die Pläne als aus medizinischer Sicht hervorragend. Die Spezialisierung in der Medizin werde immer intensiver, das Setzen von Schwerpunkten sei sehr wichtig für attraktive Häuser - immerhin seien hohe Fallzahlen bekanntlich ein großer Qualitätsfaktor. In der Pandemie habe sich zwischen den Häusern ein Vertrauen gebildet, das in der geplanten Zusammenarbeit eine große Rolle spiele. Auch Bertram Ladner, Pflegedirektor am Krankenhaus Dornbirn, begrüßte die Pläne.