Suchterkrankte Mediziner*innen

Patient*innen im weißen Kittel

Sie sind oft die Ersten, zu denen ein Suchtkranker kommt, dabei brauchen sie oft selbst Hilfe. Sucht unter Mediziner*innen bleibt oft im Verborgenen. Mit der Corona-Pandemie wurde das Versteckspiel verstärkt, viele blieben der Suchtbehandlung fern. Andere wagen diesen Schritt überhaupt nicht oder erst zu spät. Was helfen könnte, schildert der Psychiater und Psychotherapeut Michael Musalek.

Claudia Tschabuschnig
„Es wäre schön, wenn wir in unserer Gesellschaft Sucht wie ein*e Mediziner*in sehen könnten!“

„Manchmal stand ich im Operationssaal und es sah aus, als hätte ich eine Grippe. Also entschuldigte ich mich und rannte ins Badezimmer, nahm 10 (Tylenols mit Codein) zu mir, und in vielleicht fünf oder 10 Minuten war ich wieder normal“, beschrieb Richard Ready, ehemaliger Chefarzt der Neurochirurgie an einem bekannten Krankenhaus in Chicago.

Es ist keine Randerscheinung: Etwa 32.000 Mediziner*innen sind alkohol- oder medikamentenabhängig und damit acht Prozent der Ärzt*innen, so Schätzungen aus Deutschland. Zahlen für Österreich gibt es nicht. In den USA geht die American Medical Association sogar davon aus, dass jede*r achte Mediziner*in suchtkrank sein könnte. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein, denn Sucht unter Mediziner*innen ist hoch stigmatisiert.

Mit ein Grund warum nur selten anonyme Berichte von suchterkrankten Mediziner*innen in der Öffentlichkeit kursieren. Wenn doch, wird vom Konsum von Alkohol, Kokain, Fentanyl, Tilidin oder Morphin erzählt, zum Aufputschen im Dienst oder Runterkommen danach. Alkohol oder Medikamente sollen Frust, Druck und Angst dämpfen. Denn der Berufsalltag vieler Mediziner*innen ist belastend. Hinzu kommen ein hoher Selbstanspruch und nicht zuletzt viele Suchtstoffe – Medikamente, Schmerz- und Betäubungsmittel – in Griffnähe. Ein giftiger Cocktail, der dazu führt, dass Mediziner*innen ein doppelt so hohes Risiko haben suchtkrank zu werden wie die Normalbevölkerung. Im schlimmsten Fall kann dies sogar in einem Suizid enden.

Einer der wenigen, der sich dieser Problematik annimmt und sich seit langem für eine stationäre Einrichtung für suchtkranke Mediziner*innen eingesetzt hat, ist der Wiener Psychiater und Psychotherapeut Michael Musalek und früherer ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts, einem Therapiezentrum zur Behandlung von Abhängigkeiten.

medinlive: Welche Behandlungsmöglichkeiten werden derzeit von suchterkrankten Mediziner*innen genutzt? 

Musalek: Wenn Mediziner*innen in Suchtkliniken behandelt werden, ist das meist in einem sehr späten Stadium. Dann wenn es schon im Umfeld bekannt ist. Das große Problem an der Suchterkrankung ist ja nicht die Suchterkrankung selbst, sondern die Bedeutung der Suchterkrankung. Nun ist es so, dass am Beginn die Suchterkrankung nicht sichtbar ist für die Umgebung und auch der Suchterkrankte dies natürlich zu verheimlichen versucht, genau aus den Stigmatisierungsgründen. Und gerade in dieser Zeit wäre es gut, wenn man früh mit der Behandlung beginnt, je früher man behandelt, desto besser ist die Prognose. Mediziner*innen kommen erst spät in Behandlung, zu einem Zeitpunkt, wo alle schon bemerkt haben, dass sie suchtkrank sind und dann ist es in der Regel schon ein weit fortgeschrittenes Problem und daher ist die Behandlungsprognose in der Regel schlechter als bei früh behandelten Patient*innen.

Kaushik Narasimhan
Kaushik Narasimhan


medinlive: Zunächst können suchtkranke Mediziner*innen ambulant aufgefangen werden?

Musalek: Die Suchtbehandlung ist langfristig immer eine ambulante Behandlung. Bei manchen Suchterkrankungen braucht es zusätzlich eine stationäre Behandlung, wenn das Entzugssyndrom sehr stark ist bzw. um jemand aus seinem pathogenen Milieu herausnehmen zu können oder weil es Komorbiditäten gibt, sowohl körperliche als auch psychische, die einfach einer intensiven Behandlung bedürfen. In Bezug auf die Entzugsbehandlung gibt es viele Unterschiede bei den verschiedenen Suchtformen. Bei Alkohol kann man 80 Prozent der Entzüge ambulant durchführen. Nur 20 Prozent brauchen eine stationäre Behandlung. Ganz anders ist es bei der Medikamenten- oder Tranquilizer-Abhängigkeit. Da haben wir ein Verhältnis von 90:10, man braucht praktisch immer eine stationäre Behandlung, nur in ganz wenigen Ausnahmefällen gelingt es eine reine ambulante Entzugsbehandlung durchzuführen. Das hängt damit zusammen, dass der Entzug hier viel langwieriger ist, er ist auch schwieriger, weil im Entzug Symptome als Entzugserscheinung auftreten, die jenen gleichen, die eigentlich dazu geführt haben, warum man das Suchtmittel zu sich genommen hat. In der Regel handelt es sich bei der Medikamentensucht ja um Selbstbehandlungsversuche, dementsprechend schwer ist es auch davon loszukommen.

medinlive: Nun ist die Medikamentenabhängigkeit unter Mediziner*innen generell höher auch wegen der leichten Verfügbarkeit.

Musalek: Bei Mediziner*innen bestehen dieselben Abhängigkeiten wie bei allen anderen, aber die Verfügbarkeit des Suchtmittels treibt quasi die Suchtkrankheit. Umso besser ein Suchtmittel verfügbar ist, desto mehr wird es genommen, desto höher wird es dosiert, desto mehr Suchtkranke gibt es auch. Und jetzt gibt es für die Mediziner*innen im Unterschied zu anderen manche Suchtmittel, die einfach leichter zugänglich sind. Alkohol ist für alle zugänglich. An der Tankstelle können sie ihn 24 Stunden einkaufen. Um an Medikamente zu gelangen, müssen Patient*innen von einem Arzt oder einer Ärztin zum anderen gehen, wir sprechen da vom doctor shopping. Mediziner*innen sind da einfach näher dran. 

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medinlive: Neben der Verfügbarkeit, welche anderen Faktoren können Sie speziell für Mediziner*innen ausmachen, die zu einer Suchterkrankung resultieren können?

Musalek: Eine Suchterkrankung entsteht nie aus sich allein heraus. Es gibt keine Suchterkrankung, wo nicht auch andere psychische Erkrankungen bzw. ausgeprägte psychosoziale Probleme eine Rolle spielen. Wir wissen, dass es Menschen gibt, die Berufe anziehen, die ein hohes Wertesystem erfordern und die hohe Ansprüche an sich selbst stellen, wie z.B. Arztberufe. Die Menschen die solche Berufe wählen, sind eher prädestiniert, sich zu überfordern. Und dann gibt es auch Berufsbereiche, in denen die Überforderung – psychisch wie physisch – gleichsam an der Tagesordnung ist. Das sehen wir ganz besonders bei Mediziner*innen, körperlich etwa durch die Nachtdienstsituation und permanent erwartete Verfügbarkeit von außen und psychisch durch den massiven Druck bei Fehlern mit womöglich drastischen Auswirkungen rechnen zu müssen. Dementsprechend sind diese Menschen unter enormem Druck.

medinlive: Sie haben sich in der Vergangenheit für eine anonyme, stationäre Einrichtung zur Behandlung suchterkrankter Mediziner*innen ausgesprochen. Warum? 

Musalek: Die Notwendigkeit wird klar, wenn man bedenkt, dass wir hier eine Berufsgruppe haben, die medizinisch sehr schlecht beziehungsweise unterversorgt ist, weil die Schwelle in Behandlung zu gehen exorbitant hoch ist, und wir leider in Österreich keine stationäre Einrichtung haben, die darauf spezialisiert ist. Es wäre günstig hier Kliniken zu haben, wo man eine stationäre Behandlung haben kann ohne, dass damit schon klar ist aus welchen Gründen man in Behandlung geht, bzw. dass nicht bekannt ist, dass man in Behandlung geht. Versuche, die ich hier gestartet habe, waren leider nicht erfolgreich. Ein solches Modell gibt es etwa in Südtirol in Bad Bachgart. Das ist eine Suchtklinik, die gleichzeitig auch eine Burnout Klinik ist. 

Man kann dort wegen Burn-out aufgenommen werden und gleichzeitig gegen die Abhängigkeit behandelt werden. Dies stellt ohnehin eine häufige Kombination dar und wäre daher ein gut gangbarer Weg. In diesem Modell werden dann auch andere psychische Erkrankungen, die in der Öffentlichkeit bereits wesentliche anerkannter sind, behandelt werden. Die heute anerkannteste Erkrankung ist das Burn-out. Die Depression, die oft im Rahmen des Burn-outs auftritt, ist schon viel weniger anerkannt. Die Erkrankung, die am aller wenigsten anerkannt ist, ist die Suchterkrankung. Dies geht so weit, dass manche auch meinen, es wäre überhaupt keine Krankheit. So ist die Suchtkrankheit in allen Verträgen von Privatversicherungen explizit ausgenommen – ein Relikt aus einer Zeit, in der Suchtkrankheit nicht als Krankheit sondern als Selbstverschulden gesehen wurde.  

Das andere wäre eine Klinik, die hermetisch abgeriegelt ist, wo es fast keine Möglichkeit gibt, dass Daten hinausgelangen. Die Suchtbehandlung könnte von der Klinik selbst finanziert werden bzw. man könnte sie mit einem finanziellen Etat aus der öffentlichen Hand ausstatten, ohne dass Personendaten weitergegeben werden müssen. Solche Einrichtungen gibt es etwa in Spanien oder auch Norwegen. Sie sind für Ärzt*innen und andere unterversorgte Gruppen, die in der der Öffentlichkeit stehen oder in neuralgischen Bereichen tätig sind wie etwa Politiker. Für diese Berufsgruppen stehen weniger insgesamt Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung und sie haben damit auch eine wesentlich schlechtere Prognose.

medinlive: Gibt es Projekte in Österreich, die sich diesem Problem annehmen?

Musalek: Es gibt ein Projekt in Niederösterreich, bei dem versucht wird auch anonym Menschen zu behandeln, allerdings ist das kein stationäres Projekt. Auch in der Burnout-Ambulanz im Rudolfinerhaus kann ich Patient*innen behandeln, allerdings ist es keine flächendeckende, sondern sehr spezielle Ambulanz und nur auf privater Basis. Auch die Anonymität ist hier nur bis zu einem gewissen Grad gewährleistet, weil man ja ein personifizierter Krankenakt angelegt werden muss ist. Wenn man in das Anton Proksch Institut geht, ist völlig klar, dass man eine Suchterkrankung hat, weil man sonst dort nicht aufgenommen werden kann. Und man kann auch nicht erwarten, dass Ärzt*innen als Patient*innen dort aufgenommen wird und dort auf alle ihre Patient*innen trifft. Man könnte aber sicher auch in einer herkömmlichen Suchtklinik eine Burnout-Station errichten, bzw. eine stationäre Einrichtung für Arbeitssucht. Es wurde auch mehrfach bereits vorgeschlagen und andiskutiert, konnte allerdings bisher noch nicht umgesetzt werden.  

medinlive: Wenn man nun Modelle aus dem Ausland betrachtet. Wie groß ist die Gefahr die Approbation zu verlieren, wenn sich ein*e Mediziner*in dort aufnehmen ließe?

Musalek: Die Idee hinter den Einrichtungen ist, dass man sich aufnehmen und behandeln lassen kann, ohne zuständige Behörden, Kammern oder Institutionen, die etwas Negatives aussprechen könnten, zu informieren. Der Entzug der Approbation hängt ja nicht mit der Suchterkrankung zusammen, sondern damit, was man im Rahmen einer Suchterkrankung macht. Ärzt*innen wird die Approbation nicht entzogen, weil sie suchtkrank sind, sondern dann, wenn es zu Handlungen gekommen ist, die zur Gefährdung für Patient*innen werden. Da wird in der Österreichischen Ärztekammer genau differenziert. Das Hauptproblem ist aber, dass die Suchterkrankung eine hoch stigmatisierte Erkrankung ist und bei Mediziner*innen in ganz besonders hohem Maße der Fall ist. Wenn die Patient*innen wissen, dass der Arzt oder die Ärztin suchtkrank ist, dann ist das sicher nicht vertrauensfördernd. 

medinlive: Welche Ärzt*innen neigen eher dazu, suchtkrank zu werden?

Musalek: Es werden in der Regel sehr gute Ärzt*innen suchtkrank, weil sie sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen, sich leicht in Überforderungen bringen und dann entsprechende Dopingmittel brauchen, um diese Überforderungen durchstehen zu können. Viele Suchtkranke sind hervorragende, leistungsfähige Menschen in ihrem Beruf. Es ist ein extremer Verlust, der dem medizinischen System erwächst, wenn man diese Menschen nicht zielgerichtet behandelt.

medinlive: Hat sich die Situation in der Corona-Pandemie verändert? Gab es etwa eine Änderung bei der Suchtart?

Musalek: Was man schon jetzt sagen kann ist, dass der Alkoholkonsum zunimmt und übrigens auch der Nikotinkonsum. Das zeigen auch die Daten einer dazu durchgeführten Online-Umfrage. Wenn der Konsum zunimmt dann nehmen in weiterer Folge auch die problematischen Konsumenten und die Suchtkranken zu. Eine statistische Auswertung zur Zahl der Alkoholkranken macht derzeit noch wenig Sinn, weil es eine gewisse Latenz braucht bis man suchtkrank wird. Man wird nicht innerhalb weniger Monate alkoholsüchtig. Dafür braucht es einen jahrelangen Konsum und daher wird man wird diese Effekte erst später sehen. Was wir aber auch sehen, ist, dass Menschen nicht mehr regelmäßig in ambulante Behandlung kommen. Hier wissen wir, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Rückfallshäufigkeit und der Regelmäßigkeit der Behandlung gibt.

Wenn jemand regelmäßig in Behandlung geht, dann liegt die Chance, dass er abstinent bleibt bei ungefähr 80 Prozent. Macht er das nicht, beträgt die Chance auf dauerhafte Abstinenz nur mehr rund zehn Prozent. Das heißt wir müssen damit rechnen, dass es einfach viel mehr Krankheitsrezidive gibt, wenn Patient*innen die Behandlung nicht regelmäßig weiterführen. Und das ist es auch, was wir in der klinischen Praxis sehen. Die Patient*innen bleiben aus, weil sie sich zurückziehen, generell oder aus Angst, dass sie sich in einer Ambulanz anstecken könnten. Damit kommt es regelhaft zu einer Akzentuierung und einer Zuspitzung des Suchtproblems.

Trotz ihres Wissensvorsprungs über Risiken und Behandlungsmöglichkeiten von Substanzkonsumstörungen sind Ärzt*innen nicht vor diesen gefeit. Im Gegenteil: Eine Reihe von Studien belegt, dass Ärzt*innen aufgrund berufsbedingter psychischer und physischer Belastungen ein erhöhtes Risiko für Burn-out, Depression und Abhängigkeitserkrankungen aufweisen, hierbei vor allem Missbrauch und Abhängigkeit von Alkohol und Medikamenten. Darüber hinaus bedingt der relativ unkomplizierte Zugang zu psychoaktiv wirksamen Medikamenten, vor allem Hypnotika, Analgetika und Benzodiazepinen, einen höheren Anteil an suchtgefährdeten und abhängigen Ärzt*innen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Dabei ist die Prognose gut. Nach Zahlen der Ärztekammern in Deutschland kann drei Viertel der erstmalig Betroffenen unter Erhalt der Approbation und des Arbeitsplatzes geholfen werden. (Addictive disorders in physicians 2020)

medinlive: Was sehen Sie als Hemmnis und Motivation, damit sich Mediziner*innen Hilfe suchen?

Musalek: Das Problem ist, dass überall dort, wo eine Erkrankung zu extremen Konsequenzen führt, es keine entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten gibt bzw. eine solche h auch gar nicht akzeptiert wird. Es wird dann versucht, die Erkrankung zu verheimlichen, was auch das Umfeld der Patient*innen betrifft. Ein Schritt zur Entstigmatisierung könnte eine Behandlungseinrichtung, die  auf Anonymität ausgerichtet ist.

medinlive: Werden angehende Mediziner*innen etwa im Studium  auf diese Thematik vorbereitet?

Musalek: Im Studium sind die Belastungen, die Mediziner*innen ausgesetzt sind bzw. wie man damit umgehen kann, leider kein Thema. Das wäre etwas, das in das Studium unbedingt integriert werden sollte. Nämlich, dass man einen zielorientierten Umgang mit diesem letztlich oft sich selbst gefährdenden Beruf besser kennenlernt. Wie jeder Handwerker etwa den Umgang mit Gefahrenmomenten in seinem Beruf erlernt. Im medizinischen Bereich ist es in der Regel aber nur learning by doing. Man denkt: Man ist psychisch eh so stark, dass man das alles aushält. Doch schon alleine tagtäglich mit dem Tod oder schweren Leiden konfrontiert zu sein oder Menschen dauernd schlechte Nachrichten überbringen zu müssen, braucht eine besondere psychische Stabilität und ein Wissen darüber: Wie weit kann ich mich selbst fordern, wann merke ich, dass ich überfordert bin und wie kann ich gegensteuern? Und es braucht vor allem auch prophylaktische Maßnahmen.

Das zweite ist, dass es Einrichtungen braucht, wo Menschen, wenn sie in diese Belastung geraten auch entsprechend spezifische Hilfestellungen bekommen. Ich denke da braucht es auch Einrichtungen, Ärzte für Ärzte. Wobei das hier Angeführte im besonderen Maße auch für das Pflegepersonal gilt. Es braucht auch mehr Möglichkeiten der Supervision und zielgerichtete Präventionsmaßnahmen. Und nicht zuletzt braucht es eben Einrichtungen für jene, die gescheitert sind. Dieses Dreiergespann wäre ideal. Eine Suchterkrankung entsteht praktisch nie aus Jux und Tollerei. Am Anfang der Suchterkrankung steht immer eine desaströse Entwicklung bzw. eine starke Überlastung. Das kann ein Lebensereignis sein, meistens ist es aber eine chronische Lebenssituation, die nicht mehr bewältigt werden kann

medinlive: Das Thema Suchterkrankung ist ja bereits im Studium präsent.

Musalek: Das Studium ist eine große Herausforderung, was den Stoffumfang betrifft, aber auch was die Materie selbst betrifft. Wenn man sich dauernd mit Krankheiten beschäftigt, gibt es kaum jemanden, der keine bei sich vermutet, auch damit muss man lernen umzugehen. Wenn man täglich im beruflichen Alltag damit konfrontiert ist, braucht man Mechanismen, um damit umzugehen. Einfaches Negieren „Ich werde nicht krank, krank wird nur der Patient”, ist kein probates Mittel um leiden zu verhindern. Wenn man gegen chronisches Leiden nichts unternimmt, dann wird es immer stärker. Mit Suchtmittel versucht man dann rasch Abhilfe zu schaffen. Denn Suchtmittel – das darf man nicht vergessen – sind in ihrer Wirksamkeit hervorragend, das macht sie auch so gefährlich. Sie helfen nämlich nur kurzfristig, aber langfristig kommt das Leiden dann wie ein Boomerang zurück, in Form der Suchterkrankung.

medinlive: Welche Anzeichen im Praxis- oder Klinikalltag könnten auf eine Suchterkrankung hinweisen?

Musalek: Das zentrale Phänomen ist der Kontrollverlust. Wenn ich die Einnahme nicht mehr kontrollieren kann und sie regelmäßig wird. Etwa beim Alkohol: Wenn dieser regelmäßig wird, wenn man keine alkoholfreien Tage hat, sich vornimmt weniger zu trinken, es aber nicht schafft, dann ist ein Gefahrenmoment zu erwarten. Das gleiche gilt auch für Medikamente. Wenn ich merke ich brauche das Medikament regelmäßig in immer höherer Dosierung dann ist man bereits am Anfang der Suchtentwicklung.

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medinlive: Nehmen Ärzt*innen Sucht durch den professionellen Zugang anders wahr?

Musalek: Das ist individuell sehr unterschiedlich. Die meisten Suchtkranken können sehr genau dingfest machen, ab wann sie mit dem Suchtmittel nicht mehr kontrolliert umgehen konnten. In dieser Situation versucht man selbst noch den Konsum zu beschönigen. Dann kommt eine Phase, wo man weiß: Das funktioniert nicht, aber ich schaffe es nicht, in Behandlung zu gehen. Diese Spanne dauert beim Alkohol im Schnitt zwischen drei bis acht Jahren. Die Schwelle zur Behandlung ist leider sehr hoch und bei Mediziner*innen besonders hoch. Man muss hier drei Stadien unterscheiden: Wann hat die Sucht begonnen, wann gesteht man sie sich selbst ein und wann geht  man in Behandlung. Wenn wir jetzt eine spezielle Einrichtung hätten, könnte man diese zweite Phase deutlich verkürzen. Die erste Phase hängt einerseits mit der Einstellung „krank werden nur andere” und andererseits mit der hohen Stigmatisierung zusammen. Aufklärung und Antistigmatisierungsmaßnahmen würden dabei helfen, sie zu verkürzen 

medinlive: Welche Süchte würden Sie am ehesten in der Ärzteschaft verorten?

Musalek: Alkohol ist die Volksdroge Nummer eins und auch die Nummer eins bei Ärzt*innen. Häufiger ist noch die Nikotinsucht, auch wenn hier die Zahlen deutlich zurückgegangen sind. Darüber hinaus spielen auch Medikamente wegen des leichten Zugangs eine Rolle sowie auch  bei einer wesentlich kleineren Gruppe Opiate. Bei Kokain ist die Dunkelziffer extrem hoch. In der Privatpraxis behandle ich eine Fülle von suchtkranken Ärzt*innen, vor allem auch weil sie wissen, dass es hier eine große Anonymität gibt. Alkohol und Medikamente spielen bei ihnen die größte Rolle, Kokain und Morphine eher eine Randrolle. Wir gehen davon aus, dass es geschätzt 300.000 Alkoholkranke und 200.000 bis 250.000 Medikamentenabhängige in der österreichischen Bevölkerung gibt. Dort, wo wir über die verlässlichsten Daten verfügen, weil nahezu alle, die abhängig sind, früher oder später in Behandlung kommen, ist im Bereich der Opiate. Wir müssen davon ausgehen, dass in Österreich etwa 30.000 davon abhängig sind . Bei Ärzt*innen wird der Prozentsatz von Opiatabhängigen verglichen mit der Allgemeinbevölkerung eine Spur höher sein, wegen der besseren Verfügbarkeit des Suchtmittels. Man kann es sich als Arzt oder Ärztin gleichsam selbst verordnen und hat damit einen direkten Zugang zum Suchtmittel, während Nicht-Ärzt*innen fast ausschließlich auf den illegalen Schwarzmarkt angewiesen sind.

medinlive: Gibt es im Bereich der Selbstverordnung Mechanismen oder Programme, um die Verschreibung von Medikamenten zu kontrollieren?

Musalek: Nach dem Suchtmittelgesetz muss jede Verordnung und jeder Gebrauch festgeschrieben sein und das wird auch streng kontrolliert. Aber die Chance, über eine Kontrolle eine Sucht zu verhindern, ist nicht sehr groß. Man kann die Verfügbarkeit etwas eindämmen, aber mit Kontrollmechanismen etwas völlig zu verhindern, ist nicht möglich. Auch in der Zeit der Prohibition, wo Alkohol verboten war, ist getrunken worden. Die Zahl der Alkoholkranken ging zwar zurück, aber die Kriminalisierung ist dementsprechend gestiegen.

medinlive: Manifestieren sich Suchterkrankungen in der Ärzteschaft anders als in der Gesamtbevölkerung? Etwa wonach Suizide als Folge häufiger sind?

Musalek: Suizide bzw. Suizidversuche sind in der Gruppe der Mediziner*innen insgesamt häufiger, Anästhesisten und Psychiater sind hier die Spitzengruppe. Das hängt natürlich damit zusammen, dass es sich hier um besonders belastete Berufsgruppen handelt. Aber auch damit, dass es bei Anästhesisten viele Suizide bei weniger Suizidversuchen gibt, weil sie besonders sichere Methoden wählen. Bei Psychiatern hängt es damit zusammen, dass dieses Thema ein permanentes in ihrem Fachgebiet ist. Damit ist es nicht etwas Fremdes, das gar nicht in Betracht gezogen wird. Zudem ist die Chance eines Suizides wesentlich höher, wenn Suizide in der Umgebung stattfinden. Dieses Phänomen wird auch Werther-Effekt genannt (wenn in Folge eines aus Medien, Literatur oder Film bekannten Selbstmordes vermehrt Suizide geschehen, Anm.). Jemand, der dauernd mit Suizidversuchen zu tun hat, ist damit in höherem Maße gefährdet. Unter chronischer Alkoholeinwirkung ist das Suizidrisiko auf das zehn bis zu 15-fache erhöht, weil Alkohol eine depressionogene und gleichzeitig enthemmende Substanz besitzt. Das ist leider eine ideale Grundvoraussetzung für einen Suizid. Wenn Hemmmechanismen wegfallen und eine depressive Verstimmung vorherrscht, ist das leider ein idealer Nährboden für Suizidversuche.

medinlive: Welche Empfehlungen würden Sie an Mediziner*innen aussprechen, bei welchen Anzeichen Hilfe aufzusuchen?

Musalek: Das Erste ist, dass man akzeptiert, auch selbst psychisch krank werden zu können. Eine wesentliche Grundeinstellung, die jedem mitgegeben werden sollte, auch schon während des Studiums. Da bräuchte es entsprechende Unterrichtsinhalte, wo angehende Medizine*rinnen auch damit umgehen lernen. Das Zweite ist, dass man die Früherkennungszeichen ernst nimmt, nicht nur bei Patientinnen, sondern auch bei sich selber. Das Dritte ist, wenn man merkt, dass man psychisch krank ist, eine Facheinrichtung  aufsucht, von der  man weiß, dass das Problem fachgerecht aber auch diskret, im Idealfall anonym behandelt  wird, wo man sich öffnen und eine Behandlung beginnen kann. Das ist heute im ambulanten privaten Bereich durchaus möglich, in öffentlichen Ambulanzen schon wesentlich schwieriger, weil die Anonymität hier meist nicht mehr gewahrt werden kann und im stationären Bereich in Österreich faktisch unmöglich.

medinlive: Was würden Sie sich in Bezug auf die Thematik generell wünschen? 

Musalek: Was ich mir wünschen würde, ist dass psychische Erkrankung im Allgemeinen und Suchtkrankheit im Besonderen einfach so gesehen wird wie jede Krankheit. Es wäre schön, wenn die Suchtkrankheit in die gleiche Reihe mir allen anderen Krankheiten, seien es nun körperliche oder aber psychische gestellt wird. Es wäre schön, wenn wir in unserer Gesellschaft Sucht einfach als eine chronische Krankheit wie jede andere sehen könnten,

Ein erfolgreiches Programm aus den USA ist die stationäre Klinik Bradford in Alabama, zu der Ärzt*innen aus allen US-Staaten pilgern. Dr. Michael Wilkerson, der medizinische Leiter von Bradford, erklärt sich das darüber, dass auch andere Ärzt*innen behandelt werden. Eine der größten Herausforderungen für jeden Drogen- oder Alkoholabhängigen besteht nämlich daran die mit der Sucht verbundenen Schuld- und Schamgefühle zu überwinden. „Ärzt*innen haben in der Regel einen hohen Anspruch an sich selbst. Sie müssen wissen, dass sie nicht allein sind“, sagte er. Die gemeinsame Unterbringung in einem Haus mit 15 anderen Ärzt*innen und die gegenseitige Unterstützung bei Gruppentreffen verstärken dies noch. Die Suchtklinik arbeitet Hand in Hand mit staatlichen Programmen, die fünf Jahre lang Drogentests durchführen  und weil Ärzt*innen ihre Zulassung verlieren können, wenn sie rückfällig werden, ist das Programm besonders wirksam. Die Gesundheitsprogramme für Ärzt*innen werden in der Regel durch Gebühren für die ärztliche Zulassung, Zuschüsse und private Spenden finanziert.

Der Wiener Psychiater und Psychotherapeut Michael Musalek gilt international als einer der renommiertesten Suchtexperten. Er war ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts und ist nun Ordinarius für Allgemeine Psychiatrie, der Medizinischen Fakultät der Sigmund Freud Universität Wien, Vorstand des Instituts für Sozialästhetik und Psychische Gesundheit an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien und Berlin sowie Vorsitzender des Fachausschusses „psychosozialer Beraterstab“ des Obersten Sanitätsrates Österreichs

* Die Schätzungen zur Prävalenz in Deutschland beruhen auf den Ergebnissen nordamerikanischer Studien (US-Studie von Hughes et al. 1992 und kanadische Studie von Brewster et al. 1994) aus dem Ende der 80er-Jahre Anfang der 90er-Jahre, wie die deutsche Ärztekammer Mitte Mai diesen Jahres erklärte.

Die Ärztekammer NÖ unterstützt suchtkranke Ärzt*innen streng vertraulich bei der der unverzüglichen Aufnahme einer qualifizierten stationären oder auch ambulanten Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung, Information zu möglichen Kostenerstattung bei ambulanter oder stationärer Therapie und bei der Vermittlung einer Praxisvertretung.  https://www.arztnoe.at/arzt-sucht

In Deutschland bieten gemäß einer Abfrage durch die Bundesärztekammer (BÄK) von 2019 alle 17 Landesärztekammern ein strukturiertes Interventionsprogramm für suchtkranke Ärzt*innen an, wie die deutsche Ärztekammer Mitte Mai auf Anfrage erklärte. Dabei sei die Inanspruchnahme der Interventionsprogramme in den Landesärztekammern sehr unterschiedlich. Die Ergebnisse würden der Kammer zufolge allerdings zeigen, dass die Interventionsprogramme im Vergleich zu allgemeinen Daten des Suchthilfesystems erfolgreicher sind, die Erfolgsquote würde zwischen 60 und 100 Prozent betragen. Die Umfrage zeigte auch, dass Kammern, die ein strukturiertes Hilfsprogramm haben und dieses aktiv publik machen, eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Verdachtsmeldungen erhalten. Im Jahr 2019 hat sich der 122. Deutsche Ärztetag intensiv mit dem Thema Ärztegesundheit befasst. Die Referate zu dem Tagesordnungspunkt können hier eingesehen werden. Auch das deutsche „Ärzteblatt“ hat sich der Thematik angenommen.

Zwischen 70 und 80 Prozent der in stationärer Behandlung befindlichen Mediziner*innen könnten ihre Approbation behalten, heißt es auf Anfrage bei der deutschen Ärztekammer. Die Behandlungsmotivation sei sehr hoch. Wichtig sei vor allem ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Bei den speziell für Ärzt*innen zugeschnittenen Programmen gebe es die Möglichkeit in Gruppen (wo nichts persönliches nach außen dringt) aber auch Einzeltherapie. Anonymität ist gewahrt, allerdings sollte das Programm auch bewirken, dass sich der Betroffene seiner Erkrankung bewusst wird und diese nicht verheimlicht, so die Kammer. Rund vier von fünf Ärzt*innen hätten nach einem Programm der Landeskammern ihre Suchterkrankung überwunden. 

Als eines der ersten Interventionsprogramme für erkrankte Ärzt*innen in Europa gilt das 1998 in Katalonien gegründete „Integrierte Versorgungsprogramm für psychisch erkrankte Ärzte“ (PAIMM – Programa d’Atenció Integral al Metge Malalt). Das Programm ist anonym und wird zu 80 Prozent von der katalanischen Regierung und zu 20 Prozent von der medizinischen Gesellschaft finanziert. Es umfasst Maßnahmen in einer Therapieeinrichtung in Barcelona, tagesklinische Dienste sowie ambulante Betreuung. In Norwegen wurde mit der Villa Sana, ein Präventionsprogramm speziell für Gesundheitsberufe eingerichtet. Mediziner*innen können an Einzel-Beratungsgesprächen, mehrtägiger Gruppentherapie, Vorträgen und Aktivitäten teilnehmen. Das Programm wird von der norwegischen medizinischen Gesellschaft finanziert. In Großbritannien wurde kürzlich ein anonymes Hilfsprogramm für Mediziner*innen vom staatlichen britischen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) lanciert. Bei dem „Practitioner Health Programme“ können sich Ärzt*innen mit ihren psychischen Problemen, Ängsten oder Depressionen vertraulich an Spezialisten wenden, um dort fachärztliche Hilfe zu erhalten.

Unter Ärzt*innen gibt es eine erhöhte Suizidrate. Eine US-Studie aus dem Jahr 2000 ermittelte eine Suizidrate zwischen 28 und 40 pro 100.000 – verglichen mit 12,3 in der Allgemeinbevölkerung. Demnach verüben Ärzt*innen mehr als doppelt so oft Suizid wie die US-amerikanische Bevölkerung. Dabei zeigte sich auch wie das Suchtverhalten in der Folge auch mit Suizid korreliert: Bei 40 Prozent der Suizide in der Ärzteschaft gibt es demnach einen Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit und bei 20 Prozent mit Drogenmissbrauch. Andere Studien aus westlichen Ländern ergaben sogar, dass die Suizidrate bei Ärzt*innen etwa fünfmal höher ist als in der Durchschnittsbevölkerung; und bei Ärzten doppelt bis dreifach so hoch wie bei Ärztinnen.

Experten betonen, dass jeder Suizid bzw. Suizidversuch auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen ist. Für Menschen in Krisensituationen und deren Angehörige gibt es eine Reihe von Anlaufstellen:
Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken findet man unter www.suizid-praevention.gv.at.
Telefonische Hilfe im Krisenfall gibt es auch bei
● Telefonseelsorge 142, täglich, von 0 bis 24 Uhr.
● Kriseninterventionszentrum 01/406 95 95 (Montag bis Freitag, 10-17 Uhr);
auch persönliche und E-Mail-Beratung: www.kriseninterventionszentrum.at.
● Sozialpsychiatrischer Notdienst / PSD täglich, 0 bis 24 Uhr, Tel.: 01/31330
Angehörige finden Informationen und Materialien unter www.suizidpraevention.at

Hintergrund:

Informationsbroschüre zu Burn-out der Ärztekammer für Wien
Suizidprävention Austria (SUPRA) Bericht 2016
Interdisziplinäre Schmerzmedizin (ismed) an der MedUni Wien

Referate des 122. Deutschen Ärztetages 2019: 

Referat [PDF] von Prof. Dr. med. Monika A. Rieger, Tübingen
Ärztliche Direktorin des Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung des Universitätsklinikums Tübingen

Referat [PDF] von Prof. Dr. med. Harald Gündel, Ulm
Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm

Referat [PDF] von Dr. med. Klaus Beelmann, Hamburg
Geschäftsführender Arzt der Ärztekammer Hamburg

Literatur:

Arbeiten und gesund bleiben - K.O. durch den Job oder fit im Beruf Gündel, Harald; Glaser, Jürgen; Angerer, Peter Springer Berlin, 2014, ISBN: 9783642553028

Arbeiten im Gesundheitswesen: - (Psychosoziale) Arbeitsbedingungen - Gesundheit der Beschäftigten - Qualität der Patientenversorgung Angerer, Peter; Gündel, Harald; Brandenburg, Stephan; Nienhaus, Albert; Letzel, Stephan; Nowak, Dennis ecomed-Storck GmbH, 2019, ISBN: 9783609105666

Arbeitsbedingungen und Befinden von Ärzt*innen und Ärzten - Befunde und Interventionen Report Versorgungsforschung Band 2 Angerer, Peter; Schwartz, Friedrich Wilhelm Deutscher Ärzte-Verlag, 2010, ISBN: 9783769134384

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„Mut zur Unvollkommenheit“
Mediziner:innen auf Sinnsuche
Der Wiener Psychiater und Psychotherapeut Michael Musalek gilt international als einer der renommiertesten Suchtexperten.
Der Wiener Psychiater und Psychotherapeut Michael Musalek gilt international als einer der renommiertesten Suchtexperten.
Michael Musalek / Anton Proksch Institut / Institut für Sozialästhetik und Psychische Gesundheit
„Die Patient*innen bleiben aus, weil sie sich zurückziehen, insgesamt oder aus Angst, dass sie sich in einer Ambulanz anstecken könnten.“