Ukraine-Krieg

WHO: 62 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen

Seit Beginn des russischen Kriegs in der Ukraine sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 62 Gesundheitseinrichtungen angegriffen worden. Dabei seien 15 Menschen ums Leben gekommen und 37 verletzt worden, teilte eine Sprecherin am Dienstag in Genf mit. Der Regionaldirektor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, dankte zudem den Nachbarländern der Ukraine für ihren großen Einsatz bei der Aufnahme von Vertriebenen.

red/Agenturen

Die Berichte über Angriffe auf Geshundheitseinrichtungen beziehen sich auf den Zeitraum 24. Februar bis 18. März. Nach Angaben der WHO wurden sie unabhängig geprüft. Nähere Angaben zur Lage dieser Einrichtungen machte die Sprecherin der WHO nicht, „um weitere Schäden von den Überlebenden fernzuhalten“. Die WHO zählt dazu Angriffe auf Kliniken, Praxen, Transporte mit Medikamenten und Material, Lagerhäuser, Personal sowie Patientinnen und Patienten. Die WHO verurteilt solche Angriffe, die durch das Völkerrecht verboten sind. Zugang zu ärztlicher Hilfe sei ein Menschenrecht, hieß es.

WHO dankt Nachbarländern für Einsatz für Geflüchtete

Die WHO hat zudem den Nachbarländern der Ukraine für ihren großen Einsatz bei der Aufnahme von Geflüchteten gedankt. Die umliegenden Länder hätten weit über drei Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, darunter vor allem Frauen und Kinder, aber auch viele Ältere einschließlich derjenigen mit Vorerkrankungen, sagte der Regionaldirektor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, am Dienstag in der moldauischen Hauptstadt Chisinau.

Moldau sei eines der Länder, die Geflüchtete trotz der damit verbundenen Herausforderungen willkommen hießen, würdigte Kluge. „Moldau mag ein kleines Land sein, aber es hat ein enormes Herz und einen enormen Geist.“ Die WHO sei sehr dankbar für den Einsatz der moldauischen Regierung und des Gesundheitswesens. Auch der Bevölkerung wolle man dafür danken, wie sie sich um Flüchtlinge kümmere. „In Zeiten der Krise kommt auch aufrichtige Menschlichkeit zum Vorschein, und wir müssen diesen Funken würdigen, schätzen und pflegen“, sagte Kluge.

Priorität der WHO sei es, sicherzustellen, dass Moldau und weitere an der humanitären Hilfe beteiligte Länder über die nötige Infrastruktur und das Fachwissen für die gesundheitliche Betreuung verfügten. Die Situation stelle sowohl in menschlicher Hinsicht als auch finanziell eine große Belastung dar. Es brauche umfassende Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

WEITERLESEN:
„Moldau mag ein kleines Land sein, aber es hat ein enormes Herz und einen enormen Geist", Hans Kluge, Regionaldirektor der WHO-Region Europa.