Coronavirus-Tests

Wien und Tirol richten Online-Erfassung für Selbsttests ein

Als Ergänzung zu den professionell abgenommenen PCR- oder Antigentests wird es in Tirol ab Mittwoch möglich sein, online einen Selbsttest zu erfassen. Ein solcher registrierter, validierter „Wohnzimmertest“ werde für 24 Stunden gültig sein, teilte das Land am Dienstag mit. Die Online-Erfassung wird ab Mittwoch unter der Homepage selbsttest.tirol freigeschaltet. Auch Wien schafft die Möglichkeit, Corona-Selbsttests online zu validieren - also zu prüfen und bestätigen zu lassen. Damit sind die sogenannten „Nasenbohrertests“ dann 24 Stunden gültig und können etwa für den Besuch von Gastro-Lokalen verwendet werden.

red/Agenturen

In Tirol seien die Tests selbst in den Apotheken erhältlich, hieß es. Derzeit bekomme jeder pro Monat fünf Tests, im Juni werden es zehn sein. Das Testergebnis soll dann abfotografiert und samt dem QR-Code auf die Plattform selbsttest.tirol hochgeladen werden. Durch die Identifikation des QR-Codes werde zudem sichergestellt, dass jedes Testergebnis nur einmal als gültig anerkannt wird. Das Ergebnisprotokoll langt wie gewohnt per Mail oder SMS ein und ist ab dem Testzeitpunkt 24 Stunden gültig, so das Land.

„Die zusätzliche Testmöglichkeit direkt in den eigenen vier Wänden ist eine Ergänzung zum bestehenden Testangebot in Tirol. Ich appelliere gleichzeitig auch an die Eigenverantwortung der Tirolerinnen und Tiroler, diese neue Möglichkeit gewissenhaft zu nutzen und die Tests streng nach Gebrauchsanweisung durchzuführen“, sagte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes.

Indes verwies das Land auf bestehende Testmöglichkeiten und die ab morgen geltende „3G-Regel“. Wer also getestet, genesen oder geimpft (ab dem 22. Tag nach der Erstimpfung) ist, kann etwa ins Gasthaus oder Theater gehen. Gesundheitsdirektor Thomas Pollak appellierte an die Bevölkerung, sich zeitgerecht für einen Coronatest anzumelden und das Testangebot auch weiterhin regelmäßig zu nützen.

Auch Wien wird Online-Validierung von Selbsttests offerieren

Die Hauptstadt Wien schafft ebenso die Möglichkeit, Corona-Selbsttests online prüfen und bestätigen zu lassen. Die sogenannten „Nasenbohrertests“ sollen dann 24 Stunden gültig sein und etwa für den Besuch von Gastro-Lokalen verwendet werden. Der Launch der Homepage wird in der Nacht auf Mittwoch, also dem Tag des Lockdown-Endes, erfolgen, wie ein Sprecher von Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) via Twitter mitteilte.

Das Selbsttest-Tool wird über coronavirus.wien.gv.at abrufbar sein. Selbst durchgeführte Tests können dort quasi eingemeldet werden. Nötig ist dafür eine - aktivierte - Kamerafunktion. Denn es muss auch der QR-Code vorgezeigt werden, den man bei der Registrierung für die Wiener Testangebote erhält. Wer schon in Teststraßen war, hat etwa bereits einen solchen. Auch jenen PIN-Code, den man bereits für die Befundabfrage erhalten hat, muss man eingeben. Wer das Angebot der Stadt bisher noch nicht genutzt hat, muss sich neu registrieren.

Die Webapplikaton erstellt in weiterer Folge einen Code. Diesen müssen Nutzer dann auf den Testkit schreiben. Ist der Test abgeschlossen, muss er fotografiert und das Bild hochgeladen werden. Anschließend ist der Streifen, der das Ergebnis anzeigt, durchzustreichen. Ein Foto des damit entwerteten Tests ist ebenfalls zu posten. Eine weitere Verwendung wird damit ausgeschlossen.

Website listet Unternehmen für Impfgegner und Testverweigerer auf

Impfgegner haben indes online ein Branchenverzeichnis gestartet, in dem Anbieter gelistet sind, die „ausdrücklich auf einen Impfnachweis“ sowie auf das Vorlegen eines negativen PCR-Tests verzichten. Darunter finden sich auch Ärzte oder Lokale, bei letzteren gelten ab Mittwoch die sogenannten 3G - getestet, genesen oder geimpft - als Eintrittsschlüssel. Eintragen kann sich quasi jeder via Formular.

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es auf APA-Anfrage, dass die Bundesländer und die lokalen Gesundheitsbehörden im Rahmen der aktuellen Öffnungsverordnung Kontrollen durchführen werden. Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen ist verpflichtend. Das Gesundheitsministerium betonte darüber hinaus, dass es sich bei einem Verstoß gegen die Maßnahmen nicht nur um eine unnötige Gefährdung von Mitmenschen handelt, sondern auch um eine Verwaltungsübertretung. Diese sieht für Kundinnen und Kunden bis zu 500 Euro Strafe vor und für Betreiberinnen und Betreiber bis zu 3.600 Euro.

Auch seitens des Innenministeriums hieß es, dass für die Einhaltung der Zutrittskontrollen in Österreich prinzipiell die Gesundheitsbehörden zuständig sind. Die Polizei wird es weiterhin so handhaben, dass via Aufforderung eingeschritten wird - mit Fingerspitzengefühl, sagte ein Sprecher des Ministeriums der APA.

Auch Gastronomiebetriebe im Verzeichnis

Mehr als 1.000 Unternehmen waren am Dienstagnachmittag auf der Seite der Impf- und Testgegner gelistet. Es fanden sich zahlreiche Anbieter, für die kein 3G-Nachweis erforderlich ist, beispielsweise Handwerker oder Tierfuttergeschäfte. Allerdings waren auch mehr als 30 Gastronomiebetriebe angeführt, dazu kamen Sportanbieter, die ab Mittwoch nur von getesteten, von Covid-19-genesenen oder gegen Covid geimpften Personen betreten werden dürfen.

Außerdem fanden sich Ärzte im Verzeichnis. Von der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK) hieß es auf APA-Nachfrage, dass jeder einzelne Fall nun geprüft wird. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass jeder die Eintragungen durchführen kann. Gegebenenfalls befasst sich dann der Disziplinarausschuss mit Medizinern, die sich als Gegner der Maßnahmen positionieren.

Über die Website hatte zunächst der „Standard“ berichtet. Laut „futurezone.at“ hat das Verzeichnis seinen Ursprung in der Schweiz und wird von einer Bewegung betrieben, die sich gegen Coronabeschränkungen richtet.