Abtreibung

Zadic und Rauch treten für niederschwelligen Zugang ein

Justizministerin Alma Zadic und Gesundheitsminister Johannes Rauch (beide Grüne) haben am Montag bekräftigt, dass sie für einen niederschwelligen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch eintreten. „Wir müssen auch in Österreich die Möglichkeit der selbstbestimmten, freien Wahl sicherstellen“, betonten sie in einer Aussendung. Sie nahmen dabei Bezug auf den jüngsten Vorschlag des EU-Parlaments. Doch auch die Bundesländer werden in die Pflicht genommen.

red/Agenturen

Nachdem das oberste Gericht der USA das Recht auf Abtreibung gekippt hatte, plädierte das EU-Parlament dafür, das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union aufzunehmen. Die Abgeordneten haben am Donnerstag in Straßburg eine entsprechende Resolution angenommen, in der sie sich auch mit den Mädchen und Frauen in den USA solidarisierten.

„Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine bewusste, höchstpersönliche Entscheidung. Wir müssen aufhören, über die Körper insbesondere von Frauen zu bestimmen“, betont Zadic: „Ihre höchstpersönlichen Entscheidungen sind zu akzeptieren.“ Rauch sah in Österreich noch Bedarf, ein flächendeckendes und leistbares Angebot für einen Schwangerschaftsabbruch sicherzustellen.

In vielen Bundesländern gebe es zu wenige Krankenhäuser und niedergelassene Ärzt:innen, die einen Abbruch durchführen. Frauen müssten sich für einen Termin von der Arbeit freinehmen oder weite Anfahrten in Kauf nehmen. Zudem sei ein Schwangerschaftsabbruch privat zu bezahlen, kritisierte er: „Das alles führt zu einer zusätzlichen Belastung, die Frauen eine selbstbestimmte, freie Entscheidung erschwert.“ Rauch sieht laut eigenen Angaben die Länder in der Pflicht, das Angebot zu verbessern.

Abtreibung Abortion
Ärzt:innen werden im konservativen US-Bundesstaat Idaho nicht bestraft, wenn sie eine Abtreibung in einem Notfall und als lebensrettende Maßnahme durchführen.
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