Rettungsdienst

Zehnter Notarzt-Einsatz-Wagen für Versorgung im Wiener Süden

Am Donnerstag ist das zehnte Notarzt-Einsatz-Fahrzeug (NEF) beim Traumazentrum (TZW) der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) in Wien-Meidling präsentiert worden. „Eigentlich ein kleiner Schritt, aber ein großes Zeichen in Wirklichkeit“ sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Vorstellung des VW-Caddy. Denn das NEF wird Teil des vor fünf Jahren installierten Systems, mit dem durch Kooperation von Berufsrettung und Spitälern dem Notärztemangel begegnet worden war.

red/Agenturen

Der NEF-VW bekam bei dem Medientermin am Gelände des ehemaligen Unfallkrankenhaus Meidling bei einer Übung seinen ersten Auftritt ehe er dieses Wochenende offiziell in Betrieb geht. Präsentiert wurde damit auch das Rendezvous-System: Im Ernstfall fahren dann Notärztin bzw. -arzt und Notfallsanitäterin bzw. -sanitäter mit dem NEF zum Einsatzort, der Rettungstransportwagen ergänzt das Tandem. „Diese beiden Fahrzeuge spielen miteinander zusammen, es kann sein, dass der Notarzt nach der Versorgung des Patienten bereits wieder für den nächsten Einsatz zur Verfügung steht, während der Rettungswagen diesen noch transportiert“, erläuterte Rainer Gottwald, Leiter der Berufsrettung Wien, den Vorteil dieses Systems im Gespräch mit der APA: „der Notarzt ist also nicht mehr wie vor 20 Jahren an den Rettungstransportwagen gebunden.“

Mitte der 1990er-Jahre hat man begonnen, dieses NEF-System zu integrieren. Früher fuhren die Notärzt:innen zu den Einsätzen, ohne unabhängig von den Rettungswägen agieren zu können, erläuterte Gottwald. Seit dem NEF und seiner Standardausstattung, angefangen von Defibrillator, Beatmungsgerät, Intubation, mCPR-Gerät, und nun auch als Novum mit einem kompakten Ultraschallgerät ausgerüstet, gehört dies der Vergangenheit an.

„Siebenter Standort ist toll für die Kooperation“

Der nächste Schritt war die von Hacker eingangs angesprochene Stationierung der Wiener Notärzt:innen in den Spitälern des Krankenanstaltenverbundes, die somit von der Berufsrettung übernommen wurden. „Am Anfang waren in gewissen Dingen unterschiedliche Meinungen vorhanden“, doch man habe rasch zueinander gefunden, erinnerte sich Rainer zurück. „Dieser siebente Standort ist toll für die Kooperation. Dass auch in den Traumazentren die Ärzt:innen im Notfallbereich und die Anästhesist:innen mitarbeiten können, macht deren Job attraktiver und uns hilft es natürlich“, sagte Hacker zur Einbindung des Traumazentrums Wien der AUVA in das Notarztwesen. Damit werde nicht nur die Versorgung im Süden Wiens verbessert, sondern jene der ganzen Stadt. Eine Erweiterung könne man nie ausschließen, denn es handle sich ja um eine wachsende Stadt, aber „für die nächsten zehn Jahre ist es sicher ausreichend“.

Für das Rendevouz-System brauche es grundsätzlich eine enge Kooperation zwischen Spital und Rettungsdienst, „das muss man politisch wollen, organisatorisch und inhaltlich umsetzen“. All das habe man in Wien gemacht und damit gleichzeitig ein großes Problem gelöst, „nämlich den Nachwuchs an Notärzt:innen in der Rettung“. Wir haben dieses Problem nicht mehr und natürlich ist es auch in anderen Bundesländern oder Staaten zu empfehlen, sagte Hacker. Und nicht zuletzt wurde so auch ein neues Jobprofil geschaffen. Anfangs sei man sich gar nicht sicher gewesen, ob die Umstellung gut funktionieren werde, „jedoch sind die Erwartungen übertroffen worden, schloss der Gesundheitsstadtrat.

Was die nun begonnene Kooperation mit der AUVA betrifft, so war sich deren ärztlicher Direktor Roland Frank jedenfalls sicher, dass auch diese einen guten Lauf nehmen werde. Immerhin ist das Traumazentrum Wien mit seinen beiden Standorten Meidling und Lorenz Böhler/Brigittenau das größte Zentrum für die traumatologische Versorgung von Unfallopfern in Österreich. Jährlich werden hier demnach rund 110.000 Patient:innen versorgt.