Valsartan-Studie

Laut Studie kein insgesamt erhöhtes Krebsrisiko

Im 2018 bekannt gewordenen Skandal um verunreinigte Blutdrucksenker mit dem Wirkstoff Valsartan gibt es laut einer Studie kein insgesamt erhöhtes Krebsrisiko. Das habe die Untersuchung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Institut der AOK ergeben, teilte das BfArM am Mittwoch in Bonn mit. Weder für eine dreijährige Langzeitanwendung noch in Abhängigkeit der Dosierung sei ein erhöhtes Risiko für Krebs insgesamt festgestellt worden.

red/Agenturen

Bei der Analyse speziell von Leberkrebs nach Verschreibung von sogenanntem NDMA-verunreinigtem Valsartan ergab die Studie jedoch ein statistisch signifikantes, wenngleich auch gering erhöhtes Risiko. Eine direkte Kausalität lasse sich daraus jedoch nicht ableiten und solle weiter erforscht werden, schreibt das BfArM. Leberkrebs sei die wahrscheinlichste Krebsart nach der Aufnahme von N-Nitrosodimethylamin (NDMA). Besondere Faktoren wie Rauchen, Ernährungsgewohnheiten oder genetische Prädisposition seien jedoch nicht in die Studie eingeflossen.

Valsartan war bei der Herstellung durch ein chinesische Unternehmen mit der Substanz NDMA verunreinigt worden, die als wahrscheinlich krebserregend gilt. Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 780 871 AOK-Versicherten aus, die Anfang 2012 mindestens 40 Jahre alt waren und zwischen 2012 und 2017 mindestens ein Rezept für ein Arzneimittel mit Valsartan eingelöst hatten. Einige der Mittel waren mit NDMA verunreinigt gewesen, andere nicht. Mittel-und langfristige Krebsrisiken konnten laut BfArM aufgrund des begrenzten Beobachtungszeitraums noch nicht untersucht werden.

Valsartan ist ein häufig verschriebener Wirkstoff, der die Blutgefäße weitet und so den Blutdruck senkt.