Studie:

Mehr Schäden im Gehirn älterer Frauen als bei gleichaltrigen Männern

Nach der Menopause ist bei Frauen das Ausmaß bestimmter Hirnschäden größer als bei gleichaltrigen Männern. Zu diesem Schluss kommen Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn nach der Untersuchung von mehr als 3.400 Erwachsenen. Die untersuchten Gewebeschäden gelten demnach als mögliche Risikofaktoren für Demenz und Schlaganfall.

red/Agenturen

Insbesondere bei älteren Erwachsenen sind auf Aufnahmen des Gehirns durch Magnetresonanztomografie (MRT) helle Flecken zu erkennen. Diese Flecken weisen auf Auffälligkeiten in der sogenannten weißen Hirnsubstanz hin, einem Bereich des Gehirns, der aus Nervenfasern besteht und unterhalb der Großhirnrinde im Innern des Gehirns liegt. Es handelt sich um Anzeichen von Gewebeschäden, die mit Durchblutungsstörungen, erhöhtem Blutdruck, Schlaganfall und kognitiven Beeinträchtigungen in Verbindung gebracht werden.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen wurden schon länger diskutiert, die Datenlage war laut DZNE aber nicht eindeutig. Die Forschenden erfassten daher einen größeren Personenkreis und eine größere Altersspanne als bisherige Studien. Bei Frauen vor der Menopause fanden sich demnach keine signifikanten Unterschiede zu gleichaltrigen Männern. Bei Frauen, die ihre letzte Regelblutung bereits hatten, waren die Schäden an der weißen Hirnsubstanz hingegen ausgedehnter als bei Männern im gleichen Alter.

Ursachen für Unterschiede unklar

Die Ursachen für diese Geschlechterunterschiede sind unklar. Schon länger wird darüber spekuliert, dass das Hormon Östrogen eine schützende Wirkung haben könnte, die im Alter verloren geht, weil der weibliche Organismus dessen Produktion mit den Wechseljahren nach und nach einstellt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten in ihrer Studie allerdings keinen Einfluss einer Therapie feststellen, die den Hormonmangel ausgleicht. Frauen nach der Menopause, die regelmäßig Hormonpräparate einnahmen, waren im Durchschnitt ähnlich stark von Anomalien der weißen Hirnsubstanz betroffen wie Frauen, die keine Hormone zu sich nahmen.

Ausgewertet wurden die Daten von fast 2.000 Frauen und mehr als 1.400 Männern aus der sogenannten Rheinland-Studie, einer großangelegten Untersuchung in Bonn. Deren Altersspanne lag zwischen 30 und 95 Jahren.

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