Louis-Jeantet-Preis
Louis-Jeantet-Preis

Auszeichnung für Molekularbiologen und zwei Krebsforscher

Der Louis-Jeantet-Preis 2021 für Medizin geht an den deutschen Molekularbiologen Patrick Cramer. Ein Franzose und ein Niederländer erhalten gemeinsam den Preis für translationale Medizin, wie die Stiftung am Dienstag bekanntgab. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 500.000 Franken (464.166,36 Euro) dotiert.

red/Agenturen

Während der Transkription werden Gene von DNA in RNA umgeschrieben, um das Erbgut in die Sprache der Proteine zu übersetzen. Der 52-jährige Patrick Cramer, Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, versucht zu verstehen, wie die Kopiermaschinen der Zellen, die sogenannten RNA-Polymerasen, aufgebaut sind, arbeiten und gesteuert werden.

Mit seinem Team hat er unter anderem beschrieben, wie Gene in menschlichen Zellen angeschaltet werden, indem die Kopiermaschine durch Bindung weiterer Faktoren in eine hochaktive Form gebracht und damit für den Kopiervorgang aktiviert wird.

Forschung rund um Immunzellen und Krebs

Kürzlich beschrieb Cramer auch die Polymerase, die SARS-CoV-2 verwendet, um sein Genom zu kopieren. Das Preisgeld möchte er denn auch unter anderem dazu verwenden, um die Mechanismen der Coronavirus-Replikation zu entschlüsseln. Die Arbeit des Göttinger Forschers liefert nach Ansicht der Stiftung einen wichtigen Beitrag für die Erforschung und Kontrolle der Genregulation, die unter anderem die Zelldifferenzierung und Krankheiten steuert.

Ein Forscherduo teilt sich die Auszeichnung der Stiftung Louis-Jeantet für translationale Medizin: Der 54-jährige Franzose Jerome Galon und der 56-jährige Niederländer Ton N. Schumacher. Die beiden haben bahnbrechende Beiträge dazu geleistet, um besser zu verstehen, wie das Immunsystem Krebszellen erkennt und wie neuartige Krebs-Immuntherapien wirken.

 

 

 

 

 
© medinlive | 18.05.2021 | Link: https://app.medinlive.at/gesellschaft/auszeichnung-fuer-molekularbiologen-und-zwei-krebsforscher