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Impfraten in Europa reichen „bei weitem“ noch nicht aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die europäischen Länder eindringlich vor einer zu frühen Lockerung der Corona-Maßnahmen gewarnt. Die Impfraten seien noch viel zu gering, um einen Wiederanstieg der Infektionsfälle zu verhindern, sagte WHO-Europa-Direktor Hans Kluge am Donnerstag vor Journalisten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen.

red/Agenturen

„Die Impfrate reicht bei weitem noch nicht aus, um die Region vor einem Wiederanstieg zu schützen“, sagte Kluge. „Der Weg, um eine Rate von mindestens 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zu erreichen, ist noch weit.“ Er warnte die europäischen Länder daher davor, trotz sinkender Infektionszahlen den „Fehler“ vom vergangenen Sommer zu wiederholen und die Beschränkungen zu früh zu lockern.

In den 53 Ländern und Regionen, für die das Europa-Büro der WHO zuständig ist - darunter auch einige Länder in Zentralasien - haben nach Angaben der WHO inzwischen 30 Prozent der Menschen eine erste Dosis eines Corona-Impfstoffs erhalten. 17 Prozent haben demnach den vollen Impfschutz.

„Verheerende Infektionswellen“

Kluge forderte die Menschen in Europa auf, den Sommer „sicher zu genießen“ und sich weiter an die Hygiene-Regeln zu halten. Im vergangenen Jahr sei es im Sommer allmählich zu einem Anstieg der Infektionszahlen bei jüngeren und dann auch bei älteren Menschen gekommen. Dies habe im Herbst und Winter zu „verheerenden“ Infektionswellen, Lockdowns und Todesfällen geführt.

Kluge appellierte an die Länder, in diesem Sommer bei ersten Anzeichen für steigende Fallzahlen schnell zu handeln, viel zu testen und Kontakte nachzuverfolgen. Wichtig sei auch, „sehr hohe“ Impfraten bei den gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu erreichen.

Jeder zweite Erwachsene in EU einmal gegen Corona geimpft

Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Diese Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen - rund 94,8 Millionen - haben demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind.

Von der Leyen schrieb auf Twitter, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte.

 

 

 
© medinlive | 30.07.2021 | Link: https://app.medinlive.at/gesundheitspolitik/impfraten-europa-reichen-bei-weitem-noch-nicht-aus