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Italien denkt an Einführung eines Impfpasses

Um eine Durchimpfungsrate im Sinne eines Herdenschutzes zu erreichen, arbeitet Italien an einem massiven Impfplan. Schon ab Ende Jänner hofft die Regierung, 1,7 Millionen Italiener impfen zu können. Priorität sollen das Gesundheitspersonal sowie Senioren über 80 haben, geht aus dem Plan für Italiens Impfstrategie hervor, an dem die Regierung zurzeit noch arbeitet.

red/Agenturen

Eine weitere Stufe des Impfplans sieht für das Gemeinwesen relevante Personen wie Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute vor. Zuletzt sollte dann die gesamte Bevölkerung ab Zulassungsalter der Impfstoffe geimpft werden. Die Regierung startete eine öffentliche Ausschreibung für den Erwerb von 100 Millionen Impfspritzen. Die Unternehmen haben zwei Wochen Zeit, um ihre Angebote einzureichen.

Geimpften Personen soll ein Impfpass ausgestellt werden. Dieser könnte bei Reisen in Italien oder ins Ausland notwendig werden. Auf einen raschen Start der Impfkampagne hofft das Gesundheitspersonal, bei dem die Zahl der Infizierten steigt.

Allein in den letzten zehn Tagen seien 27 Ärzte am Coronavirus gestorben. „Das sind fast drei Todesfälle pro Tag. Es ist offenkundig, dass Ärzte und Krankenpfleger ungenügend geschützt sind. Auf organisatorischer Ebene funktioniert etwas nicht und das ganze Gesundheitssystem zahlt einen hohen Preis dafür", konstatierte der Präsident der Ärztekammer, Filippo Anelli. Seit Beginn der Pandemie im Februar seien 216 Ärzte gestorben, 27.000 Personen seien aktuell infiziert.

Nachdem am Montag in Italien die Schwelle von 50.000 Todesopfern seit Beginn der Coronavirus-Epidemie im Februar überschritten worden ist, wächst die Zahl der Toten weiterhin stark. 853 Todesopfer wurden am Dienstag gemeldet, am Vortag waren es 630. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg von 22.930 auf 23.232.

 
© medinlive | 13.05.2021 | Link: https://app.medinlive.at/gesundheitspolitik/italien-denkt-einfuehrung-eines-impfpasses