Vorwürfe zurückgewiesen

Kroatiens Gesundheitsminister überstand Misstrauensvotum

Kroatiens Gesundheitsminister Vili Beros hat am Mittwoch ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden. Die Opposition legte dem Minister unter anderem den Schuldenberg im kroatischen Gesundheitssystems zur Last, weswegen in mehreren Krankenhäusern inmitten der Pandemie vorübergehend die Versorgung mit Medikamenten eingestellt worden war. Außerdem wurde ihm ein „intransparentes und ineffizientes System der Coronaimpfung“ vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur Hina.

red/Agenturen

Die Vorwürfe gegen den Minister fokussierten auch auf die Vermeidung von öffentlichen Auftragsvergaben, darüber hinaus wurde er des Klientelismus und der Korruption bezichtigt. In der Diskussion, die im Parlament bereits am Dienstag stattgefunden hat, zählte die Opposition mehrere Affären im Gesundheitswesen auf, unter anderem die nicht funktionierende Impfplattform und die Missachtung der Impf-Reihenfolge. In Kritik wurde auch die rechtskonservative Regierung genommen, weil sie keine Reformen im öffentlichen Gesundheitssystem durchführe.

Die Regierungsseite hat alle Vorwürfe als unbegründet zurückgewiesen. Beros betonte, dass das Gesundheitssystem die Pandemie erfolgreich gemeistert habe. Premier Andrej Plenkovic (Kroatische Demokratische Gemeinschaft/HDZ), der den Minister in Schutz nahm, sagte, dass das kroatische Gesundheitssystem seit dem Kroatien-Krieg (1991-1995) nicht mehr so gefordert gewesen sei wie während der Coronapandemie.