Corona-Impfung

Auch am Westbalkan geht Impfung nun schneller voran

Nach der ersten Lieferung der EU-Impfstoffhilfen in der vergangenen Woche kommen die Impfungen auf dem gesamten Westbalkan in Schwung. In Montenegro etwa haben bereits 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung eine erste Impfdosis erhalten. In Serbien, das von Beginn an zu den Vorreitern zählte, wirkt indes der finanzielle Ansporn der Regierung, mehr Menschen zur Impfung zu bewegen.

red/Agenturen

Nach Angaben des Leiters des serbischen Regierungsbüros für die elektronische Verwaltung (e-Uprava), Mihajlo Jovanovic, wurden seit dem 5. Mai, als Präsident Aleksandar Vucic allen Bürgern, die sich bis Ende Mai impfen lassen, 3.000 Dinar (25,51 Euro) aus der Staatskasse versprochen hatte, bereits 120.000 Menschen geimpft. Insgesamt haben damit 2,17 Millionen Serben die erste Impfdosis erhalten, 1,66 Millionen Bürger haben auch den zweiten Impftermin schon hinter sich.

Vucics erklärtes Ziel ist es, bis Ende Mai drei Millionen Serbinnen und Serben mindestens einmal zu impfen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden neben dem finanziellen Ansporn auch mobile Impfteams eingesetzt. In neuen Impfstraßen in größeren Einkaufszentren werden Impfwillige gar mit einem Gutschein belohnt.

Zufrieden mit dem Impffortschritt zeigt sich auch Montenegro, wo bereits 20 Prozent der Erwachsenen bzw. über 93.000 Bürger eine erste Impfdosis erhalten haben. Eine Beschleunigung ist auch in Nordmazedonien zu verzeichnen, wo laut lokalen Medienberichten allein am Dienstag fast 15.000 Menschen geimpft wurden. Über 160.000 Bürger des Zwei-Millionen-Einwohnerlandes erhielten bis Dienstag bereits eine erste Dosis.

Im Kosovo, das in der Vorwoche aus der von der EU zugesagten Impfstoff-Hilfe 4.680 Impfstoffdosen von Biontech/Pfizer erhalten hatte, sind am Mittwoch im Rahmen der COVAX- Initiative 38.400 Impfdosen von AstraZeneca eingetroffen, nachdem das Land im März erste 24.000 Dosen von demselben Vakzin erhalten hatte.

Das lange Warten auf die Impfung veranlasste manche Bürger jedoch dazu, sich im nahe gelegenen südserbischen Presevo oder Novi Pazar impfen zu lassen. Viele suchten nach alternativen Lösungen, kritisierte Bekim Haxhiu, Klubchef der oppositionellen Demokratischen Partei (PDK), die Corona-Politik der Regierung.

Insgesamt sollen die sechs Westbalkanländer im Rahmen der von Österreich koordinierten Impfhilfe der Europäischen Union bis August 651.000 Dosen Impfstoff aus den kollektiven EU-Ankäufen erhalten. Außenminister Alexander Schallenberg und EU-Ministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP) übergaben vergangene Woche die ersten Dosen persönlich.