Corona-Impfung

Unmut in OÖ über Impfungen in Betrieben nur im Osten

Das Land Oberösterreich hat am Mittwoch das Vorgehen des Bundes bei groß angelegten Impfaktionen in Betrieben scharf kritisiert. Demnach behält sich der Bund mehr als 500.000 Dosen von den Länderkontingenten ein und will damit beginnen, Unternehmen zu impfen, die bundesweit tätig sind. Unterdessen wurde in Vorarlberg die 200.000er-Marke bei Impf-Vormerkungen überschritten, in Niederösterreich gibt es erneut einen Run auf Impf-Termine und Wien öffnete Termine für die Altersgruppe 60plus.

red/Agenturen

Oberösterreich kritisiert das Vorgehen des Bundes bei groß angelegten Impfaktionen in Betrieben. Grundsätzlich seien Impfungen in Betrieben wichtig und gut, so LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) in einer Presseaussendung. „Diese Vorgangsweise schafft allerdings ein absolutes Ungleichgewicht, das wir so nicht akzeptieren können.“ Die jetzt kolportierten Betriebe lägen fast ausschließlich im Osten, was bedeute, dass auch die meisten Mitarbeitenden dort wohnen. „Oberösterreich als Industriebundesland Nummer 1 und Wirtschaftsmotor mit dem höchsten Exportanteil in der Republik bleibt außen vor. Das können wir so nicht akzeptieren.“

Die Impfgeschwindigkeit werde so vollkommen verfälscht. Nach Sonderimpfungen in Vorarlberg und Tirol würden jetzt klar Wien, Niederösterreich und das Burgenland bevorzugt. „Impfquoten dann als Vergleich beziehungsweise sogar Grundlage für Entscheidungen heranzuziehen, ist damit nicht mehr seriös. Ganz abgesehen davon, dass es grundsätzlich für jeden einzelnen Bürger bzw. einzelne Bürgerin in Oberösterreich ungerecht ist“, stellt Haberlander fest.

Auch Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich, ist sauer und wirft dem Bund eine verfehlte Verteilungspolitik und „laufend leere Versprechungen“ vor. Denn statt des avisierten Flusses von Impfdosen – für das zweite Quartal wurden Oberösterreich 160.000 versprochen – würden nur Tröpfchen kommen, „weil die Bundesregierung nun kurzerhand 500.000 Impfdosen für ausgewählte Betriebe reserviert hat“, deren Zentralen vorwiegend in Ostösterreich lägen. „Dadurch wird Oberösterreich ganz klar benachteiligt.“

Über 200.000 Impf-Vormerkungen in Vorarlberg

In Vorarlberg hat die Zahl der für eine Corona-Impfung vorgemerkten Personen am Mittwoch die 200.000er-Marke überschritten. In dieser Zahl sind auch die rund 123.500 Vorarlberger enthalten, die bereits zumindest eine Teilimpfung erhalten haben. Damit ist die Hälfte der Einwohner angemeldet oder geimpft. Die Impfbereitschaft im Land sei gerade in den vergangenen Wochen stark gestiegen, hieß es in einer Aussendung des Landes.

Landeshauptmann Markus Wallner und Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) zeigten sich zuversichtlich, dass die bisher Vorgemerkten voraussichtlich schon in den nächsten Wochen an die Reihe kommen. Damit wäre die Hälfte der Vorarlberger Bevölkerung zumindest teilgeimpft.

Als nächstes „Etappenziel“ gaben Wallner und Rüscher 280.000 Vormerkungen aus - das entspräche rund 70 Prozent der Bevölkerung. „Das ist insofern ein wichtiger Meilenstein, weil mit einer solchen Durchimpfungsrate eine deutliche Entlastung des Gesundheitssystems erzielt werden kann. Und wenn wir in einem weiteren Schritt sogar auf 320.000 Geimpfte, also 80 Prozent der Bevölkerung, kommen, dann wird mit hoher Sicherheit die Gemeinschaftsimmunität erreicht“, so Rüscher.

Erneut Run auf Termine in Niederösterreich

In Niederösterreich ist bei der Anmelderunde für Personen ab dem 40. Lebensjahr am Mittwoch ein erneuter Run auf die Termine für die Corona-Schutzimpfung verzeichnet worden. Mehr als 50.000 Buchungen wurden binnen 90 Minuten verzeichnet, rund 62.500 Zeitslots wurden bis Nachmittag vergeben. „Nutzen wir dieses Angebot, Impfen führt uns aus der Pandemie und zurück zur Normalität“, bekräftigten LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) und Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Im Rahmen der am Montag gestarteten Registrierungsmöglichkeit für Menschen ab dem 50. Lebensjahr wurden knapp mehr als 90.000 Buchungen gezählt. Die Anmeldung wird am Freitag für die Gruppe ab dem 30. Lebensjahr freigeschaltet. Vom kommenden Montag an stehen schließlich Zeitslots für alle ab 16 Jahren zur Verfügung.

Schutzimpfung in Wien für Altersgruppe 60plus geöffnet

Die Stadt Wien hat am Mittwochnachmittag die Covid-19-Schutzimpfung für die Altersgruppe 60plus aufgemacht - also für den Jahrgang 1961 oder älter. „Die Anmeldung für diese Termine ist ab sofort möglich“, hieß es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Ab morgen wird geimpft.

Für diese, die nächste und die übernächste Woche stehen 28.000 Immunisierungen zur Verfügung. Geimpft wird mit Biontech/Pfizer. Das sei „keine spontane Öffnung, sondern eine dauerhafte Öffnung dieser Altersgruppe. Ziel ist, jetzt auch bei den Unter-65-Jährigen die Impfquote in die Höhe zu treiben“, hieß es.

 

 

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