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Großbritannien: Mehr als zehn Millionen Erstimpfungen verabreicht

In Großbritannien haben inzwischen mehr als zehn Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch mit. Das Vereinigte Königreich liegt damit weit vor allen anderen Ländern in Europa. Schätzungsweise mehr als 15 Prozent der Bevölkerung haben bereits eine Coronavirus-Infektion durchgemacht.

red/Agenturen

Anders als die EU musste Großbritannien jüngst keine Reduzierung seiner Liefermengen beim heimischen Astrazeneca-Impfstoff hinnehmen. Großbritannien verfolgt zudem eine andere Impfstrategie als viele andere Länder. Dort wird die zweite Impfdosis erst nach bis zu zwölf Monaten verabreicht. Das hat laut neuen Untersuchungen von Astrazeneca aber keine negative Auswirkung auf die Wirksamkeit des Impfstoffs. Demnach lasse die Schutzwirkung zwischen dem 22. und dem 90. Tag der nach der ersten Impfdosis nicht nach. Sie wird für diesen Zeitraum vom Hersteller mit 76 Prozent abgegeben.

Die Erstimpfung soll ersten Erkenntnissen zufolge auch gegen die Übertragung des Coronavirus wirken. PCR-Tests bei einer zufälligen Stichprobe aus entsprechend Geimpften in Großbritannien hätten gezeigt, dass der Impfstoff die Übertragung um rund 67 Prozent verringere, sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zuvor war nur die Wirkung gegen eine Covid-19-Erkrankung festgestellt worden.

Schätzung: 15 Prozent der Bevölkerung hatte Virus

In England haben schätzungsweise bereits mehr als 15 Prozent der Bevölkerung eine Coronavirus-Infektion durchgemacht. Das geht aus Zahlen der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Zugrunde liegen der Schätzung Daten aus Antikörper-Tests aus dem Zeitraum vom 22. Dezember und dem 18. Jänner.

Die Daten unterscheiden sich stark nach Regionen, so liegt London mit 21 Prozent an der Spitze. Die wenigsten Infektionen gab es demnach im Südwesten des Landes, wo sich schätzungsweise rund acht Prozent der Bevölkerung infiziert hatten. Besonders viele Infektionen gab es in der Altersgruppe der über 80-Jährigen - von ihnen hat sich den Schätzungen zufolge in England ein Viertel mit dem Coronavirus infiziert. Niedrig ist hingegen die Infektionsrate unter den 70 bis 79-Jährigen mit etwas mehr als acht Prozent.

Fast 90 Prozent der Corona-Infizierten haben sechs Monate nach ihrer Infektion Antikörper gegen das Coronavirus im Körper. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie der UK Biobank, der größten britischen biomedizinischen Datenbank. Bei 88 Prozent der untersuchten Studienteilnehmer hätten nach den vollen sechs Monaten der Untersuchung Antikörper nachgewiesen werden können, nach drei Monaten war dies sogar bei 99 Prozent der Patienten der Fall.

„Obwohl wir nicht sicher sein können, inwieweit dies mit einer Immunität einhergeht, legen die Befunde nahe, dass Menschen für mindestens sechs Monate vor einer erneuten Ansteckung geschützt sein könnten“, sagte Chef-Forscherin Naomi Allen. In weiteren, noch länger als sechs Monate angelegten Untersuchungen wollen die Forscher herausfinden, ob Antikörper auch noch längere Zeit später bei den Probanden festgestellt werden können.
 

 
© medinlive | 15.05.2021 | Link: https://app.medinlive.at/index.php/gesellschaft/grossbritannien-mehr-als-zehn-millionen-erstimpfungen-verabreicht