Corona-Impfung

Neue WTO-Chefin warnt vor „Impfstoff-Nationalismus"

Die neue WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala hat vor nationalistischem Denken bei den Impfprogrammen gegen die Virus-Pandemie gewarnt. "Niemand ist sicher, bis alle sicher sind", sagte sie am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Impfstoff-Nationalismus wird sich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht auszahlen, da die Varianten kommen."

 

red/Agenturen

Wenn die Bürger anderer Staaten nicht geimpft seien, schlage das Virus auf einen selbst zurück. Okonjo-Iweala verwies auf Studien, wonach der Welt ein Verlust von neun Billionen Dollar (7.433,10 Mrd. Euro) an möglicher Wirtschaftsleistung drohe, wenn die ärmeren Staaten ihre Bevölkerungen nicht schnell impfen können. Okonjo-Iweala war am Montag gewählt worden.

Die ehemalige nigerianische Finanzministerin sprach weiter von einem "fantastischen" Gespräch mit Vertretern des US-Handelsberaters. "Ich glaube, unsere Interessen und Prioritäten decken sich", sagte sie Reuters. Ihr Ziel sei es, die Welthandelsorganisation (WTO) zum ursprünglichen Zweck zurückzuführen. "Es geht um Menschen. Es geht um Inklusivität. Es geht um anständige Arbeit für normale Menschen."

Sie sei wie die Regierung von US-Präsident Joe Biden der Ansicht, dass das WTO-Schiedsgericht reformiert werden müsse, sagte Okonjo-Iweala weiter. "Das ist das Juwel in der Krone der WTO und wir müssen es wirklich wiederherstellen." Angesichts der neue Haltung der USA seien Fortschritte trotz der verschiedenen Meinungen der Mitgliedsstaaten möglich. "Ich denke, es wird eine andere Art und Weise geben, um an einer Lösung zu arbeiten." Das Schiedsgericht war wegen des Widerstandes der alten US-Regierung unter Donald Trump handlungsunfähig geworden.