Massentests

Steiermark schickt Test-Busse in entlegene Regionen

Die Steiermark schickt mehrere Testbusse in entlegene Regionen des Landes, um dort Tests auf das Coronavirus durchzuführen. LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und LHStv. Toni Lang (SPÖ) präsentierten am Dienstag im Innenhof der Grazer Burg einen der umgebauten Busse des Reiseunternehmens Retter aus dem oststeirischen Pöllau. Das Testpersonal stellt das Rote Kreuz. Die bis zu fünf Fahrzeuge werden in den Bezirken Liezen, Weiz, Murau und Hartberg-Fürstenfeld unterwegs sein.

red/Agenturen

„Wir wollen noch mehr testen, alle Mediziner sagen, dass es erforderlich ist“, sagte Schützenhöfer bei der Präsentation im Hof seines Amtssitzes. Seit 11. Jänner wurde in der Steiermark 406.000 Mal getestet, dabei sind Betriebe, Selbsttests und Apotheken noch nicht mitgerechnet. Schützenhöfer meinte, dass auch die Tests in den Apotheken „sehr, sehr gut“ angenommen würden, 152 von 204 steirischen Apotheken seien da mit an Bord. Er sei heute optimistischer als er das noch Anfang Jänner gewesen sei. Die Menschen seien nun sehr bereit, mitzumachen. „Manchmal braucht der Österreicher ein kleines Schubserl“, sagte der LH. Es seien nicht viele Infizierte, und die müsse man herausfiltern.

LHStv. und Finanzreferent Lang sagte, man habe an fixen Teststraßen nun auch Eibiswald und Kapfenberg, aber man könne nicht alles abdecken. Mit den auf fünf Routen in die Regionen fahrenden Bussen habe man nun ein niederschwelliges, barrierefreies Angebot. Das komme auf rund 700.000 Euro, bis Mai werde man für alle Tests mobil und stationär rund 15 Millionen Euro brauchen. Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) nannte Zahlen: „Wir haben mittlerweile 30.000 bis 40.000 Tests am Tag, dazu noch tausende in den Apotheken.“ Auch die Tests in den Schulen würden gut angenommen und funktionierten ausgezeichnet.

Weitere Strecken geplant

Der Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes, Harald Eitner, nannte die Strecken, auf denen gefahren wird, nämlich alternierend im Nordosten der Bezirke Weiz und Hartberg-Fürstenfeld. Weitere Strecken sind im Osten des Bezirks Liezen zwischen St. Gallen und Wildalpen sowie im Bezirk Murau alternierend zwischen Scheiflig, St. Peter am Kammersberg und Krakaudorf sowie zwischen St. Georgen und Predlitz. Man habe 25 Standorte in fünf verschiedenen Touren. Standplätze und Zeiten könnten unter https://www.testen.steiermark.at abgerufen werden. Empfohlen wird eine telefonische Anmeldung (0800/220 330 von 7.00 bis 22.00 Uhr) oder eine Online-Buchung des Termins.

Hermann Retter von Retter Reisen stellt für das Vorhaben die Busse mit bis zu sechs Fahrern, die auch an Bord getestet würden. „Uns ist das sehr willkommen, dass wir einen Teil unserer Busflotte einsetzen können, noch dazu für eine so gute Sache“, sagte Retter zur APA. Retter ist Partner der Privatklinik Kastanienhof GmbH, über diese kam der Kontakt zum Land Steiermark zustande. In die Busse wurde nicht genutztes Mobiliar des Pöllauer Retter Seminarhotels im eingebaut. „Zudem sind unsere Busse seit Herbst mit Lüftungsanlagen mit Corona-Filter ausgestattet, die Luft im Bus ist in kürzester Zeit ausgetauscht“, sagte Hermann.