Coronavirus

WHO warnte weiter vor zu großem Optimismus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Montag weiter vor zu großem Optimismus angesichts der weltweit sinkenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen gewarnt. Noch sei ein Sieg über das Virus nicht in Sicht, sagte WHO-Experte Mike Ryan am Montag in Genf. "Dieses Virus hat immer noch eine hohe Infektionskraft." Es scheine sich oft lange Zeit wenig zu rühren, aber auch dann könne ähnlich wie im vergangenen Herbst ein sprunghafter Anstieg folgen.

red/Agenturen

Allerdings könnten die staatlichen Reaktionen auf die Infektionslage dank der fortschreitenden Impfungen in wenigen Monaten anders aussehen als heute. Sobald die Verwundbarsten besser geschützt seien, seien andere Entscheidungen möglich, sagte Ryan.

Die WHO wies zudem darauf hin, dass unter den aus China zurückgekehrten Experten unterschiedliche Ansichten in bestimmten Sachfragen herrschten. Solche Differenzen könnten in dem geplanten Zwischenbericht dargestellt werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Ein gemeinsamer Report bedeutet nicht, dass sie in allen Belangen Konsens haben." Der schriftliche Bericht werde voraussichtlich in einer Pressekonferenz vorgestellt, entweder von allen Experten oder nur einem Teil der Fachleute, sagte Tedros.

An den Ermittlungen in China zur Herkunft des Virus im Auftrag der WHO waren jeweils 17 Wissenschafter beider Seiten direkt beteiligt. Sie sind nach WHO-Angaben von rund 1.000 Experten unterstützt worden, die Daten zur Verfügung gestellt und analysiert hätten.

Neun Länder haben noch nicht mit der Immunisierung begonnen

In rund der Hälfte der 21 Länder im östlichen Mittelmeerraum sind inzwischen Corona-Impfkampagnen angelaufen. "Bisher wurden mehr als 6,3 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs in zwölf Ländern der Region verabreicht", erklärte Ahmed al-Mandhari, Leiter des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den östlichen Mittelmeerraum, am Montag.

Die Region erstreckt sich von Nordafrika bis in den Nahen Osten und umfasst laut WHO rund 600 Millionen Menschen. Seit Beginn der Pandemie wurden dort mehr als sechs Millionen Infektionsfälle und rund 140.000 Todesfälle verzeichnet.

Saudi-Arabien begann seine Impfkampagne demnach Mitte Dezember, Marokko und Ägypten Ende Jänner, der Libanon vergangenen Sonntag. Israel, das bereits mehr als 3,8 Millionen seiner Einwohner geimpft hat, ist nicht in der WHO-Statistik enthalten.

Neun Länder - darunter Irak und Tunesien - haben noch nicht mit der Immunisierung begonnen. Im Palästinensergebiet und in Tunesien sollen laut al-Mandhari "in den kommenden Wochen" über die Covax-Initiative, die sich für eine faire Verteilung von Corona-Impfstoffen einsetzt, die ersten Impfdosen eintreffen.