Wissenschaft

Arzt Röntgenbild
Medizingeschichte

Revolutionär für Medizin und Technik - Röntgen starb vor 100 Jahren

Das Foto von den Handknochen seiner Frau Anna Bertha mitsamt Ring - sichtbar gemacht durch Röntgenstrahlen - ist ein Meilenstein für ganz unterschiedliche Zweige der Wissenschaft. 100 Jahre nach dem Tod von Wilhelm Conrad Röntgen sind die von ihm entdeckten Strahlen unverzichtbar - und längst nicht nur in der Medizin. Auch die Kriminalistik und Weltraumforschung greifen etwa auf Röntgens Entdeckung zurück.

Sanduhr
Seltene Erkrankungen

Faktor Zeit: Frühe Diagnose erhöht Überlebenschancen

Rund 450.000 Menschen sind in Österreich von sogenannten Seltenen Erkrankungen betroffen. Diese zwischen rund 6.000 und 8.000 Krankheiten werden oft erst mit großer Verzögerung diagnostiziert. Wissenschafter mehrerer österreichischer Kliniken haben jetzt bei einer Enzymmangelerkrankung den klassischen Beweis geliefert, dass eine frühe Erkennung auch die Überlebenschancen stark verbessern könnte.

Bäume in der Stadt
Studie

Mehr Bäume könnten Hitzetote in Städten um ein Drittel verringern

Mehr Bäumen in Städten könnten einer Studie zufolge die durch Hitze ausgelösten Todesfälle um rund ein Drittel verringern. In der Fachzeitschrift „The Lancet“ am Mittwoch veröffentlichte Modellrechnungen ergaben, dass dafür die Bepflanzung auf rund 30 Prozent der Fläche in Städten erhöht werden müsste. Dies würde im Schnitt die Temperatur während heißer Sommermonate um 0,4 Grad Celsius sinken lassen.

Hitze
Prognose

Weltweites Klimaziel von 1,5 Grad laut Studie nicht realistisch

Das Klimaziel, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, ist nach Ansicht von Hamburger Forschenden unrealistisch. „Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius ist derzeit nicht plausibel“, heißt es in einer Mitteilung der Universität Hamburg zum „Hamburg Climate Futures Outlook 2023“. Vor allem das Verhalten von Konsumenten und Unternehmen bremse den weltweit dringend notwendigen Klimaschutz, hieß es.

Gesundheitswissenschaften

Boltzmann-Gesellschaft: Erstmals seit Neuausrichtung neue Institute

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) schreibt erstmals seit ihrer im Vorjahr erfolgten Neuausrichtung auf den Bereich Gesundheitswissenschaften neue Institute aus. Anträge auf Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten (LBI) im Bereich „Health Sciences“ können bis 2. Mai eingereicht werden, teilte die LBG am Mittwoch mit. Geplant sei, in dieser Ausschreibungsrunde zwei Boltzmann-Institute einzurichten, hieß es auf Anfrage der APA.

Ohr
Internationales Forschungsprojekt

Bei Infineon wird an „digitalen Ohren“ geforscht

Neue und kleinste Mikrofon- und Ultraschallsensoren für Untersuchungen in Industrie und Medizin zu entwickeln ist das Ziel des internationalen Forschungsprojektes „Listen2Future“. Am Mittwoch startete das Projekt unter der Leitung der Infineon Technologies Austria, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. 27 Partner aus sieben Ländern sind beteiligt.

Corona

Anstieg der Infektionen und Ende bei Spitalsrückgang möglich

Mit dem Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen ist auch ein Ende der rückläufigen Entwicklung bei Spitalspatientinnen - und -patienten möglich. Das Covid-Prognosekonsortium ging im Update vom Mittwoch aber davon aus, dass die Zahlen auf Normal- und Intensivstationen in den kommenden zwei Wochen „annähernd gleich" bleiben. Doch es seien sowohl leichte Zuwächse als auch Rückgänge möglich, hieß es am Tag der Regierunsbekanntgabe des Endes aller Corona-Maßnahmen mit 30. Juni.

Österreichischer Mediziner Peter Nagele zum AAAS-Fellow gewählt

Der österreichische Mediziner Peter Nagele (51) wurde zum Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS) gewählt. Wie die US-Forschungsvereinigung am Dienstag mitteilte, wird der Anästhesist für seine „herausragenden Beiträge zur neuropsychiatrischen Pharmakologie“ geehrt. Nagele leitete von 2018 bis 2022 die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Universität Chicago (USA).

Coronavirus - Krankenhausbett - Medizinische Versorgung - iStock
Fachkräftemangel

Jedes zweite Unternehmen verliert Umsatz

Der Fachkräftemangel in Österreich ist laut einer aktuellen Studie von EY so hoch ist wie nie zuvor. Nur jedes fünfte Unternehmen in Österreich plant, in den kommenden Monaten zusätzliche Leute einzustellen, für 87 Prozent der Unternehmen ist die Rekrutierung von Fachkräften eine große Herausforderung. Auch wenn die Beschäftigung im Land weiter wachsen wird, planen 15 Prozent der Unternehmen Stellenstreichungen. Jedes zweite Unternehmen beklagt Umsatzeinbußen.

HPV
Gebärmutterhalskrebs

HPV-Impfung ab Mittwoch bis zum 21. Lebensjahr kostenlos

Ab sofort erhalten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom vollendeten 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr die HPV-Impfung kostenlos. Humane Papillomaviren (HPV) sind die Hauptursache für viele Krebserkrankungen, etwa 90 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind auf HP-Viren zurückzuführen. Die Impfungen können gratis bei Hausärztin oder Hausarzt, den Impfstellen der Länder, im Rahmen des Wehrdienstes und bei Schulimpfaktionen in Anspruch genommen werden.

Forschungsergebnisse

Wie Algen zum Klima-Hoffnungsträger und Flugbenzin werden könnten

Algen und Seetang kennen wir als glibberigen Schleim, der beim Strandurlaub stört. Beliebter sind sie im japanischen Sushi. Aber neue Forschungsergebnisse, die im Fachblatt „Nature Sustainability“ veröffentlicht wurden, zeigen die wichtige Rolle, die Algen bei der Klimarettung, als Lebensmittel und sogar als grüner Treibstoff spielen. „Eines Tages könnten wir damit fliegen“, so der Studienleiter Scott Spillias zur APA.

Kuscheln Paar
Oxytocin

Das Kuschelhormon als Schmerzkiller

Oxytocin, auch bekannt als Kuschelhormon, schweißt Menschen zusammen, leitet Geburten ein und lindert Ängste. Eine verdauungsstabile Version des im Gehirn gebildeten Botenstoffs könnte auch gegen chronische Unterleibsschmerzen helfen, unter denen viele Personen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen leiden. Um diesen neuen Wirkstoff in Richtung Markt weiterzuentwickeln, erhält Markus Muttenthaler von der Uni Wien nun Förderung vom Europäischen Forschungsrat ERC.

NASA
Echt bärig

NASA veröffentlichte Foto von „Bärengesicht“ auf dem Mars

Mit einer ganz besonderen Aufnahme vom Mars hat die US-Raumfahrtbehörde NASA überrascht: Sie veröffentlichte ein Foto von einer geologischen Formation auf der Oberfläche des Roten Planeten, welche an ein lächelndes „Bärengesicht“ erinnert. Die Aufnahme war der US-Raumfahrtbehörde zufolge im vergangenen Monat von der NASA-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter mit Hilfe ihrer hochauflösenden HiRISE-Kamera gemacht worden.

Auszeichnung

15 in Österreich tätige Forscher:innen erhalten ERC- „Consolidator Grant“

Der Europäische Forschungsrat (ERC) zeichnet 15 in Österreich tätige Wissenschafter:innen mit einem „Consolidator Grant“ aus. Die jeweils mit rund zwei Mio. Euro (in bestimmten Fällen bis zu drei Mio. Euro) dotierte Förderung soll Wissenschafter:innen mit sieben bis zwölf Jahren Erfahrung nach ihrem Doktorat bzw. PhD grundlagenorientierte Pionierforschung mit hohem Innovationspotenzial ermöglichen. Laut ERC gehen fünf Förderpreise an Forscher:innen der Universität Wien, darunter die Paläogenetikerin Verena Schünemann vom Departement für Evolutionäre Anthropologie. Sie will die Übertragung von Krankheitserregern zwischen Menschen und Tieren in der Vergangenheit in ihrem ERC-Projekt erforschen.

Kind Baby Weinen Schrei
Studie

Schlafmangel wegen Lockdown führt zu Wutausbrüchen von Kindern

Der Lockdown im Frühling 2020 hat das Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern beeinflusst. Laut einer neuen Studie der Universität Freiburg hat das Auswirkungen auf deren Verhalten - auch ein halbes Jahr später noch. Kleinkinder, die wegen des Lockdowns in der Nacht öfter erwachten, hatten sechs Monate später eine signifikant niedrigere hemmende Selbstkontrolle, hieß es in der kürzlich im Fachblatt „Plos One“ publizierten Studie.

Organtransplantation

Erstmals „unpassende" Spenderniere transplantiert

Die Innsbrucker Uniklinik wartet mit einer ebenso erfreulichen wie bemerkenswerten medizinischen Neuigkeit auf: Erstmals in Österreich wurde einem Kind kurz vor Weihnachten eine „unpassende“ Spenderniere erfolgreich transplantiert - das heißt, die Niere eines Spenders eingesetzt, der eine andere Blutgruppe als das Kind hat. Im konkreten Fall handelte es sich um die Lebendspende eines Vaters aus Wien an seinen damals 13-jährigen Sohn. Beiden gehe es ausgezeichnet.