AstraZeneca will mit Corona-Impfstoff kleinen Gewinn machen

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will ab nächstem Jahr mit seinem Corona-Impfstoff moderate Gewinne erzielen. Das Unternehmen hatte betont, während der Pandemie mit seinem Vakzin keinen Profit machen zu wollen. Der Konzern spricht mit einigen Ländern, die es sich leisten könnten, über Impfstoff-Lieferungen, die AstraZeneca im kommenden Jahr einen kleinen Gewinn bringen könnten. Verkäufe an arme Länder sollen weiterhin nicht auf einen Profit abzielen.

red/Agenturen

„Wir haben dieses Projekt begonnen, um zu helfen, aber wir haben auch gesagt, dass wir in der Zukunft einen Übergang zu kommerziellen Bestellungen haben werden“, sagte Konzernchef Pascal Soriot am Freitag zu Journalisten. „Er wird nie sehr teuer sein. Denn wir wollen, dass der Impfstoff für jeden weltweit bezahlbar bleibt.“

Im dritten Quartal trug der Corona-Impfstoff Vaxzevria einen Cent zum Ergebnis je Aktie bei, wie AstraZeneca mitteilte. Dieser Anteil werde allerdings im laufenden Quartal in die Entwicklung von Medikamenten gegen Corona investiert. Im Oktober hatte AstraZeneca in den USA eine Notfallzulassung für ein Antikörper- Mittel für Corona-Patienten beantragt. Der bereinigte Gewinn je Aktie insgesamt stieg um 14 Prozent auf 1,08 Dollar (0,9 Euro), blieb damit aber hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Mit dem Verkauf seines Corona-Impfstoffs erzielte das Unternehmen aus Cambridge einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar. Der Konzernumsatz legte um 47 Prozent auf 9,74 Mrd. Dollar zu. AstraZeneca-Aktien fielen daraufhin zeitweise um knapp sechs Prozent und waren Schlusslicht im Londoner Auswahlindex FTSE.

Teile des Hauptgeschäfts des Konzerns, der sich auf die Behandlung von Krebs und seltenen Krankheiten spezialisiert hat, enttäuschten die Analysten. Das Lungenkrebsmedikament Tagrisso erzielte zwar im Vorjahresvergleich einen um 8 Prozent höheren Umsatz von 1,25 Mrd. Dollar. Dies war jedoch weniger als erwartet.

AstraZeneca war in den vergangenen Monaten häufiger in die Schlagzeilen geraten. So empfahl die Ständige Impfkommission in Deutschland Vaxzevria wegen möglicher Nebenwirkungen nur für ältere Menschen, auch in anderen Ländern bekamen Jüngere den Impfstoff nicht oder es wurde ganz darauf verzichtet. Dazu gab es Lieferprobleme in der Europäischen Union, woraufhin die EU rechtliche Schritte eingelegt hatte. Erst im September wurde der Streit beigelegt.