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Grippe-Saison: Sprunghafter Anstieg der gemeldeten Fälle

In der vergangenen Woche hat es einen sprunghaften Anstieg der Influenzanachweise in Österreich gegeben. Epidemisches Niveau – also eine Grippewelle – ist damit noch nicht erreicht, so das Zentrum für Virologie der MedUni Wien am Donnerstag. Doch das Gesundheitsministerium warnt davor, dass eine solche Welle kurz bevorstehen könnte und ruft zum Impfen auf.

red

Dem Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien wurden in der vergangenen Woche 70 Fälle von Influenza aus ganz Österreich gemeldet, mehr als vier Mal so viele wie in der Woche zuvor. Vor allem in Wien, Niederösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark gab es vermehrt Influenza-Fälle. Die untersuchten Proben stammen jedoch nur von wenigen ausgewählten niedergelassenen Ärzt:innen in allen Bundesländern (Sentinella System) sowie von hospitalisierten Patient:innen vor allem im Raum Wien und von weiteren Meldelaboratorien, die die Anzahl an positiven Influenzavirusnachweisen an das Zentrum für Virologie der MedUni melden.

Maximalwert der letzten zwei Jahre überschritten

Daher fasst auch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Zahl der Grippe und grippeähnlichen Erkrankungen für ganz Österreich zusammen und rechnet diese hoch. Lag die Inzidenz (Zahl der Neuerkrankungen) vor rund drei Wochen noch bei rund 1.500 Fällen je 100.000 Einwohner, so waren es in der Woche darauf rund 2.300 und in der Vorwoche geschätzt fast 2.700 grippale Infekte und Influenza-Neuerkrankungen, berichtet die AGES auf ihrer Internetseite. Das sei schon deutlich höher als der Maximalwert der beiden vergangenen Grippesaisonen, als solche Erkrankungen wegen der Corona-Maßnahmen großteils ausgeblieben waren.

15 von 100.000 Menschen in Österreich sterben im Durchschnitt jedes Jahr an der „echten“ Grippe, das entspricht laut Gesundheitsministerium mehr als 1.000 Todesfällen pro Jahr. Die Zahl schwankt aber je nach Virusvariante stark. Bei der bisher letzten großen Influenzawelle im Winter 2016/17 wurde die Zahl der Todesopfer auf über 4.000 geschätzt.

Impfempfehlung für ganz junge und alte Menschen

Im Gegensatz zu Corona erkranken nicht nur Personen ab 60 und Risikopersonen schwer an Influenza, sondern auch Säuglinge und Kleinkinder. Besonders betroffen seien derzeit Kinder bis vier Jahre. Deshalb wird auch den ganz Jungen eine Impfung besonders empfohlen. Der Impfstoff gegen Influenza wird jährlich an die zirkulierenden Viren angepasst. Die bisher festgestellten Viren in Österreich zeigen eine gute Übereinstimmung mit den diese Saison in den Impfstoffen enthaltenen Impfstämmen, hatte die MedUni zuletzt bereits die gute Wirksamkeit der Vakzine betont.

Die Wiener Ärztekammer berichtete am Donnerstag in einer Aussendung, dass die Gratis-Grippeimpfung in der Hauptstadt in mehr als 1.000 teilnehmenden Ordinationen auf Hochtouren läuft. Rund 200.000 Impfdosen können im niedergelassenen Bereich verimpft werden. Das entspricht in etwa der Hälfte des Gesamtkontingents, das die Stadt Wien für diesen Winter vorgesehen hat und auch in ihren Impfzentren anbietet. Mittlerweile wurden 130.000 Dosen von den Ärzt:innen abgerufen. „Vor allem bei den Seniorinnen und Senioren ist der Andrang enorm“, berichtete Naghme Kamaleyan-Schmied, stellvertretende Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer Wien und selbst Hausärztin.

Bereitschaft zur Impfung gesunken

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bereitschaft zur Impfung aber etwas gesunken. Seit August wurden rund 340.000 Influenza-Impfungen in den e-Impfpass eingetragen, im selben Zeitraum 2021 waren es rund 430.000. Die tatsächliche Zahl dürfte aber jeweils höher liegen, weil die Eintragungen nach wie vor nicht lückenlos erfolgen.

Eine Influenza-Welle führe zu einer hohen Belastung des Gesundheitssystems und könne binnen weniger Wochen eine hohe Anzahl an Todesopfern verursachen, warnte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne). „Wir haben es selbst in der Hand, schwere Erkrankungen und viel Leid zu verhindern.“

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