Weltkrebstag
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EU-Kommission sagt Krebs den Kampf an

Die EU-Kommission will mit vier Milliarden Euro gegen Krebserkrankungen vorgehen. Im Rahmen des Aktionsplans gegen Krebs sollen unter anderem Präventionskampagnen, besserer Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen und die Erforschung von Therapiemöglichkeiten finanziert werden. „Unser übergreifendes Anliegen ist es, überall in der EU gleichen Zugang zu moderner Technologie und Behandlung zu ermöglichen“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

red/Agenturen

Im vergangenen Jahr wurde nach offiziellen Angaben bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs entdeckt. 1,3 Millionen Patienten starben an der in vielen Varianten auftretenden Krankheit. Die EU-Kommission hatte ihren Plan gegen den Krebs schon vor einem Jahr angekündigt und zur Priorität erklärt. Denn die Überlebenschance ist in den 27 EU-Staaten unterschiedlich und in den östlichen Staaten oft geringer.

Deshalb schlägt die Kommission vor, in allen EU-Staaten bis 2025 sicher zu stellen, dass mindestens 90 Prozent der Risikogruppen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs Früherkennungstests angeboten werden. „Wir streben die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs und anderen durch humane Papillomviren (HPV) verursachten Krebsarten an“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Demnach sollen 90 Prozent der jungen Frauen und auch deutlich mehr Männer gegen HPV geimpft werden.

Gegen Lungenkrebs will Brüssel vor allem mit Kampagnen gegen Tabakkonsum vorgehen. Binnen 20 Jahren soll die Raucherquote in der EU von derzeit 25 auf unter fünf Prozent sinken. Dafür könnte bei der Besteuerung, der Kennzeichnung von Verpackungen und den Vorgaben für die Werbung für Tabakprodukte angesetzt werden.

Zur Vorbeugung sollen Impfungen gegen bestimmte Krebsarten stark ausgeweitet werden. Bei Mädchen, für die es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt, soll bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent erreicht sein. Zudem sollen die Risikofaktoren Alkohol, Umweltverschmutzung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gezielt bekämpft werden.

Die EU-Strategie sei „ein wesentlicher Schritt im Kampf gegen den Krebs“, teilte Alexander Bernhuber, Gesundheitssprecher der ÖVP im Europaparlament, am Mittwoch in einer Aussendung mit. „Wir müssen unsere Kräfte und Ressourcen in der Wissenschaft und in den Gesundheitssystemen bündeln, um diese schreckliche Krankheit zurückzudrängen und Menschenleben zu retten.“ Allerdings, so Bernhuber, dürfe die Strategie „keine leeren Versprechen beinhalten“.

Für den SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl muss die Präsentation des EU-Plans gegen den Krebs „den Beginn einer neuen Ära in der Krebsprävention und -behandlung markieren“. Die Zahl der Erkrankten steige, „alleine in Österreich sind es über 40.000 Fälle pro Jahr“, heißt es in einer Aussendung am Mittwoch. Sidl forderte darin einen „ganzheitlichen Ansatz, um den Krebs mit vereinten Kräften zu besiegen.“
 

 
© medinlive | 15.05.2021 | Link: https://app.medinlive.at/index.php/gesundheitspolitik/eu-kommission-sagt-krebs-den-kampf