Gesundheitspolitik

Aktuelle Corona-Zahlen

Mehr Spitalspatienten und steigende Fallzahlen

Seit zwei Wochen steigen die Corona-Neuinfektionszahlen in Österreich wieder an. Auch in den Spitälern gibt es wieder mehr infizierte Patient:innen. Am Wochenende wurde wie immer weniger getestet, somit ist die Zahl der Neuinfektionen unter dem Wochenschnitt. Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden am Sonntag 2.814 neue Infektionen verzeichnet, im Schnitt kamen in der vergangenen Woche täglich 4.317 neue Fälle hinzu.

Zero Covid-Strategie

„China müsste über seinen Schatten springen"

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollte China einem deutschen Experten zufolge so schnell wie möglich die Strategie ändern. „Zunächst müsste die Führung unabhängig von Ideologie die Bevölkerung mit den besten derzeit verfügbaren Impfstoffen versorgen“, sagte Timo Ulrichs, Experte für Globale Gesundheit an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin.

Pharma

Deutsche Regierung will stärker gegen Medikamenten-Engpässe vorgehen

Die Bundesregierung will stärker gegen Lieferengpässe bei Medikamenten vorgehen. Geplant sind Änderungen des Vergaberechts, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Ziel sei, Lieferketten breiter anzulegen, damit die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern abnimmt. Die Situation sei trotz vorhandener Instrumente zu Ausweichpräparaten bei Engpässen unbefriedigend.

Corona-Impfung

NIG passt Impfempfehlungen an

Einmal mehr hat das Nationale Impfgremium (NIG) seine Empfehlung für die Corona-Schutzimpfung aktualisiert. So wurden unter anderem der Protein-Impfstoff von Sanofi und der Variantenimpfstoff für Kinder ab fünf Jahren von Biontech/Pfizer in die Empfehlung aufgenommen. Zudem wurde konkretisiert, dass eine fünfte Impfung derzeit noch nicht allgemein empfohlen wird, sondern nur für Risikogruppen und Personen ab 60 Jahren, informierte das Gesundheitsministerium.

 

Affenpocken

WHO beschließt neuen Namen

Die Krankheit Affenpocken erhält einen neuen Namen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benutzt ab sofort statt Monkeypox die Bezeichnung Mpox, wie sie am Montag in Genf mitteilte. Ein Jahr würden beide Namen noch nebeneinander stehen, bevor nur noch Mpox verwendet werde. Der neue Name sei gewählt worden, weil er in anderen Sprachen auch gut aussprechbar sei und verwendet werden könne.

Hände alte Frau
Pflege

Tirol offen für Anstellung pflegender Angehöriger

Die Tiroler Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) will sowohl die Anstellung pflegender Angehöriger beim Land nach dem Vorbild Burgenland, als auch den Ausbau der 24-Stunden-Betreuung prüfen. Es gelte der Grundsatz „mobil vor stationär", so Hagele, die in der neuen Regierung für die Agenden Pflege, Bildung, Wissenschaft und Forschung verantwortlich ist. Weiters im Fokus sei die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen.

Arzt

Wegen Brexits: Gut 4.000 Ärzt:innen weniger in Großbritannien

Der Brexit hat einer Studie zufolge das medizinische Personal in Großbritannien ausgedünnt. Lücken gebe es vor allem bei Anästhesist:innen, Kinderärzt:innen, Psychiater:inen sowie Herz- und Lungenexpert:innen, wie die Denkfabrik Nuffield Trust ermittelte. Demnach arbeiteten 2021 gut 37.000 Ärzt:innen aus europäischen Ländern im Vereinigten Königreich. Allerdings habe der britische EU-Austritt dazu geführt, dass medizinisches Personal langsamer rekrutiert werde.

Menschen mit Behinderung fordern Abschaffung von „Licht ins Dunkel“

„Licht ins Dunkel“ sammelt Jahr für Jahr mehrere Millionen Euro an Spenden für Menschen mit Behinderung. Heuer feiert die Hilfskampagne ihr 50. Jubiläum. Die inklusive Online-Plattform „andererseits“ nimmt das zum Anlass, eine kritische Dokumentation zu veröffentlichen. Darin pochen Menschen mit Behinderung, Experten und Branchenvertreter auf die Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention, anstatt per „Licht ins Dunkel“ als Bittsteller dargestellt zu werden.

Kindermedizingesellschaft warnt vor hoher Belastung durch Atemwegsinfektionen

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat vor einer wachsenden Belastung der Kinderkliniken durch Atemwegserkrankungen gewarnt. „Wir sehen aktuell eine deutliche Zunahme der Atemwegsinfektionen“, sagte DGKJ-Präsident Jörg Dötsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Dabei sei das Coronavirus nur eines von vielen Viren. Den größten Anteil würden derzeit Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) ausmachen.

Neue Operationsmethode bei fortgeschrittener Parodontose

Bei fortgeschrittener Parodontose mit Zahnverlust und Kieferschwund kann den Betroffenen erstmals eine Operationsmethode neben Implantaten bis zur Wiederherstellung des Zahnfleischs helfen. Bisher habe in der Zahnheilkunde der Satz gegolten: „Was weg ist, ist weg“, erläuterte der Wiener Kieferchirurg Kurt Vinzenz im APA-Gespräch. Die von ihm mitentwickelte OP-Technik hatte der Mediziner kürzlich beim Europäischen Kieferchirurgiekongress in Madrid (EACMFS 2022) vorgestellt.

Proteste gegen Null-Covid in China dauern an

Die größte Protestwelle seit Jahrzehnten in China hält an. Die Demonstrationen vom Wochenende in vielen Städten setzten sich auch in der Nacht zum Montag fort. Sie richten sich gegen die strikte Null-Covid-Politik mit Lockdowns, Massentests und Zwangsquarantäne. Eine unbekannte Zahl von Demonstranten wurde festgenommen. In den frühen Morgenstunden ging ein Großaufgebot der Polizei in der Hauptstadt Peking gegen Hunderte protestierende Menschen nahe dem Diplomatenviertel vor.

BBC: Reporter in China festgenommen und von Polizei misshandelt

Ein über regierungskritische Demonstrationen in Shanghai berichtender BBC-Reporter ist festgenommen und nach eigenen Angaben von der chinesischen Polizei misshandelt worden. „Die BBC ist extrem besorgt über die Behandlung unseres Journalisten Ed Lawrence, der festgenommen und in Handschellen gelegt wurde, während er über die Proteste in Shanghai berichtete“, sagte ein Sprecher des britischen Senders.

16 Tage

Gesundheitspersonal hat wichtige Rolle bei Opferschutz

Das Gesundheitspersonal nimmt eine wichtige Rolle beim Schutz von Gewaltopfern ein. Das Erkennen von Verletzungen im Zuge von Fremdeinwirkung sowie die genaue Dokumentation der Blessuren gehöre geschult, sagte Expertinnen und Experten der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien. "Opferschutz beginnt oft im Krankenhaus", sagte etwa Medizinerin Irene Tambornino.

Deutschland

Lauterbach will Kassen zur Finanzierung von „Gesundheitskiosken“ zwingen

Deutschlands Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den Streit um die Finanzierung sogenannter Gesundheitskioske mit einem Gesetz beilegen. „Die Existenz eines Gesundheitskiosks darf nicht vom Gutdünken eines Ärztefunktionärs oder von der Marketingstrategie einer Krankenkasse abhängen“, sagte Lauterbach der neuen Ausgabe des Magazins „Spiegel“ mit Blick auf die Finanzierung eines Gesundheitskiosks in Hamburg-Billstedt. Er wolle die Kassen per Gesetz zwingen, die Kioske zu finanzieren.

picturesdesk
Aussage zu Chemiewaffen

Chefin der türkischen Ärztekammer droht Haft

Der Chefin der türkischen Ärztekammer (TTB), Sebnem Korur Fincanci, drohen wegen Aussagen rund um einen mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen durch das türkische Militär bis zu siebeneinhalb Jahre Haft. Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara wirft der Ärztin „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete. Fincanci befindet sich seit rund einem Monat in Haft.

Die Grünen sahen sehr wohl Rot-Pink in der Pflicht: Gesundheitssprecherin Barbara Huemer ortete „ein Versagen der Stadtregierung“.

Personalnot sorgte für Sondersitzung des Wiener Gemeinderats

Der Fachkräftemangel in Spitälern, Kindergärten und bei den Öffis beschäftigte am Freitag außertourlich den Wiener Gemeinderat. Die Grünen hatten eine Sondersitzung zum Thema „Personalnot in der Daseinsvorsorge. Stadtregierung versagt bei Gesundheit, Kindern, Mobiltät“ verlangt. Sie mussten sich von ÖVP und FPÖ den Vorwurf anhören, dass es schon in ihrer Regierungszeit Versäumnisse gab. Die rot-pinke Koalition verwies darauf, dass das Problem ein österreichweites sei.