Wissenschaft

Berliner Charité

Forscher fanden für Tic-Störungen zuständige Nervenstruktur

Ein Forscherteam an der Berliner Universitätsklinik Charité hat eine Nervenstruktur im Gehirn identifiziert, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Tic-Störungen zu spielen scheint. Wie die Charité am Mittwoch mitteilte, stießen die Experten bei der Analyse von Patienten, bei denen die Störung durch Verletzungen ausgelöst worden waren, auf ein hirnumspannendes Nervennetzwerk.

Innovatives Pflaster

Grazer MedTech-Firma macht Temperaturmessung smart

Mit einem Pflaster mit integriertem Temperatursensor will ein steirisches MedTech-Unternehmen die Körpertemperaturmessung in Krankenhäusern revolutionieren: Das smarte Pflaster erfasst die Körpertemperatur rund um die Uhr, ermöglicht die kontinuierliche Aufzeichnung und könne somit etwa auch Fieberschübe mitten in der Nacht erfassen, teilte das Unternehmen SteadySense am Mittwoch mit. Das System wurde in einer klinischen Studie mit der MedUni Graz erprobt.

alt stillen
Corona-Virus

Säuglinge stecken sich beim Stillen wohl nicht an

Stillen ist wohl kein Risikofaktor für Neugeborene, so das Ergebnis einer aktuellen US-Studie. Zwar ließ sich dabei genetisches Material des Coronavirus in der Brustmilch von infizierten Müttern auffinden, doch das Virus scheint nicht infektiös zu sein, wie aus einer Analyse von Muttermilchproben von 110 stillenden Frauen hervorgeht.

Schlafen Schule
Studie

Gehirn reagiert im Schlaf stark auf unbekannte Stimmen

Das Gehirn muss im Schlaf widersprechende Bedürfnisse in Einklang bringen: Es braucht ungestörte Erholung, muss aber auch auf Ungewöhnliches und potenziell Gefährliches reagieren können. Wie das Gehirn das bewerkstelligt, haben Salzburger Schlafforscher nun anhand der Reaktion auf Stimmen gezeigt. Wie sie im „Journal of Neuroscience“ berichten, reagiert das Hirn im Schlaf selektiv und stark auf unbekannte Stimmen, und zwar sowohl im Leicht- als auch im stabilen Tiefschlaf.

Corona-Impfung

EMA: Keine Komplikationen durch mRNA-Vakzin bei Schwangeren

Die mRNA-Impfstoffe verursachen nach Angaben der europäischen Arzneimittelbehörde EMA keine Komplikationen bei werdenden Müttern und ihren Babys. Die Impfung senke zudem das Risiko von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen bei Schwangeren ebenso wirksam wie bei Nicht-Schwangeren, erklärt die EMA nach einer Auswertung von Studien mit rund 65.000 Schwangerschaften in verschiedenen Stadien.

Coronavirus

Wieder mehr als 5.000 aktuell Infizierte in Kärnten

In Kärnten sind mit Stand Dienstag 5.039 Personen aktuell mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Damit lag diese Zahl erstmals seit 14. Dezember wieder über 5.000. 685 Neuinfektionen führten zu einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz auf 789, diese ist damit so hoch wie seit Anfang Dezember nicht mehr. Der Höchstwert der vergangenen Welle wurde mit 1.447 am 2. Dezember verzeichnet.

Coronavirus

2.123 Neuinfektionen und 26 Intensivpatienten in Tirol

In Tirol sind am Dienstag 2.123 Neuinfektionen gemeldet worden. Gleichzeitig galten 2.381 Menschen als genesen, damit waren 17.364 Personen aktiv positiv. Die Zahl jener, die wegen des Virus im Spital behandelt werden mussten, sank um vier Personen auf 130. In den Intensivstationen mussten 26 Covid-Patienten behandelt werden (minus vier). Fünf Menschen verstarben in Zusammenhang mit dem Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag mit Stand Montag laut AGES in Tirol bei 1.998.

Studie

„Überzeugende Beweise“ für Epstein-Barr-Virus als Auslöser von Multipler Sklerose

Die Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose (MS) wird laut einer neuen Untersuchung mit großer Wahrscheinlichkeit durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöst. Die in der US-Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte Studie liefere erstmals „überzeugende Beweise“ für den seit langem vermuteten Zusammenhang, erklärte der Harvard-Professor und Hauptautor der Studie, Alberto Ascherio. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit einer MS-Erkrankung nach einer EBV-Infektion um das 32-fache.

Coronavirus

Impfstoff von Novavax soll ab 21. Februar verfügbar sein

Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollen voraussichtlich Ende Februar in Deutschland starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, sagte der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Freitag mit Verweis auf Firmenangaben in Berlin. Wann das Vakzine in Österreich eintreffen wird, war zunächst unklar.

Farbstoff Titandioxid in Lebensmitteln in der EU bald verboten

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen in Zukunft ohne den weitverbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid (E 171) auskommen. Die EU-Kommission hat am Freitag ein Verbot für den Zusatzstoff in Lebensmitteln wegen möglicher Krebsrisiken erlassen. Es tritt den Angaben zufolge in sechs Monaten in Kraft. „Mit dem heutigen Verbot entfernen wir einen Lebensmittelzusatzstoff, der nicht mehr als sicher gilt“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Intensivstation
Omikron

OÖ rüstet sich trotz derzeit moderater Intensiv-Belegung

In Oberösterreich laufen die Vorbereitungen auf die Omikron-Welle auf Hochtouren. In den Kindergärten stockt das Land die Lollipop-Tests auf und in den Spitälern ergreift man Maßnahmen, um dem gleichzeitigen Ausfall größerer Belegschaftsteile vorzubeugen. Franz Harnoncourt, Chef der Oö. Gesundheitsholding (OÖG), ist optimistisch, dass man die zu erwartenden Fallzahlen bewältigen werde. Zudem startet OÖ mit einer recht niedrigen Intensivbelegung in die Welle.

Injektion
Corona-Impfung

Impfdurchbrüche selten und fast nur bei Risikopersonen

Die Covid-19-Impfung schützt mehrfach - zu einem hohen Anteil gegen Infektionen mit SARS-CoV-2, offenbar extrem gut gegen schwere Krankheitsverläufe. US-Daten von 1,2 Millionen Erwachsenen nach zwei Teilimpfungen im Zeitraum Dezember 2020 bis Oktober 2021 belegen jetzt: Nur 0,2 Prozent erkrankten nach der Impfung überhaupt. Die allermeisten Betroffenen mit dann schwerem Verlauf wiesen zumindest einen von acht Risikofaktoren auf.

Künstliche Intelligenz

Computereinsatz kann Einschätzung von Krebsgeschwüren verbessern

Künstliche Intelligenz (KI) hilft Ärzten, die Gefährlichkeit von Tumoren einzuschätzen, berichten Forscher der Veterinärmedizinischen Uni Wien. Sie entwickelten ein Computerprogramm mit „Hochleistungsalgorithmen“, mit dem Pathologen verlässlichere Krebsdiagnosen erstellen können. Es unterstützt sie, maßgebliche Bereiche im Geschwür zu wählen, und dort die Teilungsaktivität der potenziell bösartigen Zellen zu erfassen, erklären sie im Fachjournal „Veterinary Pathology“.

Steigung
Coronavirus

Stoffwechselprodukt möglicher Verlaufs-Indikator

Der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung ist bisher unvorhersehbar, eine scheinbar harmlose Ausformung kann sich rasch zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung entwickeln. Forschende der Med-Uni Graz haben einen Zusammenhang zwischen einem tödlichen Krankheitsverlauf und einem Stoffwechselprodukt im Blut erkannt. Im Journal „Antioxidants“ schlagen sie Kynurenin - ein Abbauprodukt der Aminosäure Tryptophan - als Biomarker zur Vorhersage eines erhöhten Mortalitätsrisikos vor.

Corona-Impfung

Nur Boosterimpfung schützt vor Omikron

Eine neue internationale Studie unterstreicht die Bedeutung der Drittimpfung im Kampf gegen die grassierende Omikron-Variante des Coronavirus. Laut der Untersuchung von Experten aus Boston und Harvard sind nur mit mRNA-Impfstoffen geboosterte Personen gegen die neue Variante geschützt, Genesene und Geimpfte dagegen nicht. Untersucht wurden Blutproben von 239 Personen, die mit Moderna, Biontech/Pfizer oder Janssen geimpft worden waren.

Coronavirus-Tests

Virologin Puchhammer-Stöckl gegen „kreuz und quer testen“

Angesichts rasant steigender Coronavirus-Infektionen hat sich Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Leiterin des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, in einem vorab verbreiteten Interview für ein Umdenken bei der Teststrategie ausgesprochen. Aus ihrer Sicht sollte die Strategie „eher auf vulnerable Gruppen“ fokussieren, so dass man eher diagnostiziert und freitestet, „aber nicht jeden kreuz und quer testet, der sich dann sicher fühlt, aber dann möglicherweise hochinfektiös ist“.